Mit sowohl kulturellen Angeboten als auch kulinarischen Köstlichkeiten rund um das "weiße Gold" der Börde haben die Klein Wanzleber bei der "Süße Tour"-Aktion wieder voll ins Schwarze getroffen. Im Rahmen der Zucker- und Rübenroute hatten am Sonnabend allein im Zuckerdorf fünf Stationen ihre Pforten geöffnet. Hunderte schauten vorbei.

KleinWanzleben l Die Süße Tour hat auch in diesem Jahr wieder Hunderte nach Klein Wanzleben geführt. Fünf Stationen hatte hier mit süßen Angeboten rund um das "weiße Gold" ihre Pforten für den Besucherverkehr geöffnet. Bereits im Vorfeld hatte die Zuckerfabrik mitteilen müssen, dass die angebotenen Werksführungen restlos ausgebucht seien. Schon damals bei der Premiere der großen kreisweiten Aktion im Oktober 2008 waren mehr als 200 Gäste in die Klein Wanzleber Zuckerfabrik geströmt. Die Besucher-Tendenz seither: stetig steigend.

Auch Stationsleiter Dr. Wolfgang Joachim von der Klein Wanzleber KWS Zuchtsstation zeigte sich über die Besucherresonanz am Sonnabend zufrieden. "Zwischen 11 und 15 Uhr haben wir rund 100 interessierte Gäste begrüßen dürfen", berichtete er auf Nachfrage. Er selber besuchte zum Ausklang des Aktionstages das Konzert "Aus dem Walde tritt die Nacht", zu dem die Kirchengemeinde "St. Johannis" eingeladen hatte. Sopranistin Beate Harten, die von Pianistin Nina Sinitsyna begleitet wurde, bot den rund 100 Gästen mit klassischen und beliebten Stücken einen stimmungsvollen Abend der ganz besonderen Art. Der feine Hörgenuss in der Kirche klang am Abend bei einem gemütlichen Beisammensein, der mit Allerlei Deftigem von den Mitgliedern des hiesigen Kulturvereins ausgerichtet worden war, gesellig aus.

Kulinarisch war der "Süße Tag" im Zuckerdorf bereits Stunden zuvor bei den Köchen Hanno und Christian Trieger im hiesigen "Casino" zur Mittagszeit eingeläutet worden. Das am Herd eingespielte Vater-Sohn-Weißmützen-Gespann servierte den Besuchern traditionell ihren bekannten Rübensaftbraten. In Vorbereitung auf den Aktionstag hatte Küchenchef Christian Trieger bereits fünf Tage zuvor den Kochlöffel schwingen müssen. "Solange muss der Schweinebraten in einer Beize aus Rübensaft ziehen", erklärt der 37-Jährige, der gemeinsam mit seinem Vater das Rezept für die herzhafte Spezialität, die mittlerweile schon über die Zuckerdorfgrenzen hinaus Kultstatus genießt, vor mehr als fünf Jahren kreiert und fein abgeschmeckt hatte. Erst nach jener Ruhephase könne der Braten dann mit einer hauseigenen Gewürzmischung, deren Mischung ebenfalls nicht verraten wird, im Ofen langsam gebacken werden. Serviert wird der zarte Braten mit Rotkraut und Knödeln.

Als Gruß aus der Küche hatte das Trieger-Restauranteam den 90 Gästen vorab selbstgebackene Mini-Brötchen in Zuckerrübenform nebst Schmalz und Röstzwiebeln gereicht. "Die Backform für die Rüben-Brötchen habe ich vor Jahren selbst angefertigt", erklärt Christian Trieger, der am Sonnabend neben knapp 300 Brötchen auch jede Menge Zuckerkuchen-Bleche aus dem Ofen gezogen hatte. Das süße Gebäck ließen sich die Besucher, die sich die St.-Johannis-Kirche anschauten, schmecken. Im "Casino" selbst wurde das Menü für alle Naschkatzen mit einem Zuckerrüben-Parfait oder auf Wunsch mit einem Rübenschnaps abgerundet.

In die gute Stube der Rübensaftbraten-Köche lädt heute übrigens Klein Wanzlebens Hobbyfotograf Klaus Bunzel ein. Und zwar zu einem Benefiz-Fotoabend. Dabei soll das Kapitel um die Feste und Feierlichkeiten, die 1988 und 1995 im Zuckerdorf gefeiert wurden, aufgeschlagen werden. Die Bilderreise beginnt im Saal des "Casinos" um 19 Uhr. "Ich werde Fotos rund um das Jubiläum ,150 Jahre Zuckerfabrik` sowie die der 850-Jahr-Feier zeigen und erläutern", rührt der Klein Wanzleber die Besucherwerbetrommel. Der Eintritt ist wie immer frei. Im Rahmen dieser Veranstaltung würde er aber gern wieder einen Spendenaufruf starten wollen. Welchem guten Zweck der Erlös des Benefiz-Abends dieses Mal zugute kommen soll, wolle er den Zuschauern erst heute Abend verraten, kündigte er an.

   

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