Dirndl und Lederhosen, Blasmusik, Weißwurst, Haxe und eine Maß Bier: Nicht nur in Bayern, sondern auch in der Börde geht Oktoberfest. Bereits zum zehnten Mal hieß es in Seehausen "O` zapft is" und die Resonanz war durchaus beachtlich.

Seehausen l Bis auf den letzten Platz ausverkauft war der Saal "Zur Sonne". Er war dem Rahmen angemessen, bajuwarisch schick in Weiß und Blau hergerichtet worden.

120 Gäste folgten am Sonnabend der Einladung des Kultur- und Heimatvereins Seehausen. Eine Abendkasse gab es nicht, da sämtliche Karten bereits im Vorverkauf abgesetzt wurden. "Wenn der Saal es hergegeben hätte, wäre der Besucheranstrom gewiss noch größer gewesen", stellte Petra Egli vom Heimatverein fest und zeigte sich mit der Resonanz zur Jubiläumsveranstaltung sehr zufrieden.

Rechtzeitiges Erscheinen sichert bekanntlich die besten Plätze. Kein Wunder also, dass bereits eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung mächtig Andrang herrschte. Um 20 Uhr fiel der Startschuss zu einer Fete, die in diesem Jahr besonders stimmungsvoll war. Die "Allertaler Musikanten" zogen alle Register und brachten ihr Publikum so richtig in Stimmung. Für die Musiker ist das Oktoberfest in Seehausen quasi ein Heimspiel, wie Petra Egli feststellt. "Die Allertaler begleiten uns schon seit Jahren, gehören zum festen Stamm unseres Festes. Sie animieren zum Mitsingen, Schunkeln oder ziehen mit ihren Blasinstrumenten durch die Sitzreihen. Das kam auch diesmal sehr gut an."

Besondere Höhepunkte des Seehäuser Oktoberfestes sind die Wettbewerbe im Maßkrugstemmen und Baumstammwettnageln. An denen beteiligen sich Frauen und Männer gleichermaßen. Obwohl diese Wettbewerbe seit Jahren Bestandteil des Programms sind, werden sie stets wieder gern angenommen. Das Maßkrugstemmen bei den Frauen gewann Antje Mollenhauer. Den Titel bei den Männern sicherte sich wie im Vorjahr Erik Mollenhauer. Beim Baumstammwettnageln landete bei den Frauen Susi Dänecke auf Rang eins. Knapp 20 Schläge waren nötig, um den allerdings recht langen Nagel im Holz zu versenken. Mit jeweils zwölf Schlägen kamen Siegfried Dänecke und Daniel Mittelbach durchs Ziel. Diese reichten für Platz zwei. Steffen Ilse aus Alikendorf schlug elfmal und sich zum Sieg.

Bemerkenswert, dass sich im Laufe der Jahre die Besucher des Oktoberfestes immer mehr zur Tracht bekannt haben. "Zur Premiere unseres Festes war die Zahl der Gäste, die dem Anlass entsprechend gekleidet war, noch überschaubar. Mittlerweile sind es 95 Prozent, die im Dirndl oder Lederhosen für entsprechenden Chic sorgen", so Petra Egli.

Ab 21 bis 1.30 Uhr wurde nach Herzenlust getanzt. Auf der Tanzfläche tummelten sich Jung und Alt, ließen keine Zeit für Langeweile aufkommen. Unter die Besucher hatten sich auch die Fußballer des SV Seehausen in Begleitung ihrer Partnerinnen gemischt.

"Immer mehr junge Leute sorgen mit ihrer Anwesenheit dafür, dass der Altersdurchschnitt deutlich gesunken ist und sich das Fest immer mehr zum Publikumsmagneten mausert", stellt Petra Egli erfreut fest. So wird es trotz der immensen Vor- und Nachbereitung der Party auch im kommenden Jahr heißen: "O` zapft is" beim 11. Oktoberfest in Seehausen.

 

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