Die Feuerwehr Oschersleben konnte am Dienstagabend zeigen, was in ihr steckt. Ein Alarm rief die Kameraden zu einem simulierten Brand ins Süßwarenunternehmen Bodeta.

Oschersleben l Es ist kurz nach 18 Uhr auf dem Betriebsgelände von Bodeta in der Friedrichstraße in Oschersleben. Aus ungeklärter Ursache ist das Dach eines Gebäudes in Brand geraten. Punkt 18.11 Uhr löst die Leitstelle in Haldensleben die Alarmkette aus. Nur wenige Minuten später ist Oscherslebens Innenstadt von Martinshorn und Blaulicht erfüllt. Gegen 18.20 Uhr treffen fünf Einsatzfahrzeuge und 24 Kameraden am Haupteingang des Betriebsgeländes ein und verschaffen sich schnellstmöglich Zugang.

Schnelle Bergung des Verletzten

Am Brandort angekommen, sondiert die Einsatzleitung zunächst die Lage und teilt die einzelnen Trupps für ihre Aufgaben ein. Während mehrere Gruppen Löschwasserleitungen einrichten, sind Kameraden in Atemschutzausrüstung bereits dabei, ein Tor zu öffnen, aus dem dichter Rauch dringt. Außerdem wird die Drehleiter vorbereitet - aus dem Dach eines danebenstehenden Gebäudes brennt es lichterloh. Derweil haben die Atemschutzträger die Halle betreten, kämpfen sich durch dichten Rauch und finden eine verletzte Person. Diese kann sofort aus dem Gefahrenbereich geborgen und außerhalb des Gebäudes medizinisch versorgt werden. "Das ist schon einmal eine beachtliche Zeit", stellt Peter Hartling, Regionalbereichsbeamter der Polizei, fest.

Derweil versucht ein Fotoreporter so dicht wie möglich am Geschehen seine Bilder zu machen. Doch er stört damit den Einsatz, bringt sich und die Kameraden in höchste Gefahr. Der stellvertretende Einsatzleiter Andreas Ehrhardt verweist den Journalisten des Platzes.

Fasziniert steht Markus Letsch am Rande und beobachtet die gesamte Szenerie. "Das ist schon erstaunlich, wie schnell das alles funktioniert. Alle arbeiten Hand in Hand, keine Hektik kommt auf", stellt der Bodeta-Geschäftsführer begeistert fest.

Nach 15 Minuten "Wasser marsch"

Etwa zur gleichen Zeit, also 15 Minuten nach Eintreffen der Feuerwehr, sind die Drehleiter in Stellung gebracht und zwei Wasserleitungen aufgebaut. Eine ist mehrere hundert Meter lang und wird aus einem Hydranten in der Friedrichstraße gespeist. "Wasser marsch", tönt aus einem Funkgerät über den Platz. Mittels eines Sprühstrahles wird der Brand in nur kurzer Zeit gelöscht. Ein Blick auf die Uhr: Es ist kurz vor halb sieben.

Männer in orangen Westen und bewaffnet mit Schreibblöcken begleiten den Einsatz. Dieser Umstand verrät: Es handelt sich glücklicherweise nur um eine Übung. "Wir haben gern unser Gelände dafür zur Verfügung gestellt. Alle haben davon einen Nutzen", erklärt Geschäftsführer Letsch. Die Feuerwehr könne üben und wisse somit für einen Notfall - sollte er denn einmal eintreten - besser über das Gelände Bescheid.

Einer der Männer mit Schreibblock und oranger Weste ist Matthias Hinz. Er ist der stellvertretende Ortswehrleiter. "Die Prüfung ist bestanden, auch wenn nicht alles ganz rund lief", sagt Hinz, während die Trupps schon dabei sind, die Gerätschaften wieder einzupacken. "Sehr gut war die schnelle Bergung der verletzten Person. Der Aufbau der Wasserleitungen hätte dagegen zügiger funktionieren können", urteilt Hinz weiter. "Genau dafür sind die Übungen da, um Schwachstellen zu finden", erklärt Stadtwehrleiter Sven Könnecke. Wie der stellvertretende Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Börde, Harald Hinz, ist er ebenfalls als Prüfer vor Ort.

Es ist kurz vor 19 Uhr, als die Technik verstaut ist und alle 24 Einsatzkräfte sowie die fünf Fahrzeuge den Ort verlassen. Stille ist eingekehrt, so, als wenn nichts gewesen wäre.

Nur in der Kantine des Unternehmens herrscht noch rege Betriebsamkeit. Zur Dankesrede von Markus Letsch gibt es Würstchen, Kartoffelsalat und Getränke. Bei der anschließenden Einsatzbesprechung werden die Fehler analysiert, damit es beim nächsten Mal noch besser klappt.

   

Bilder