Zum zweiten Mal in diesem Jahr waren Frauen zum Frühstückstreffen nach Oschersleben eingeladen. Am Sonnabend hörten mehr als 170 Frauen Nachdenkliches zum Thema: "Wenn die Seele am Boden liegt".

Oschersleben l Angelika Lange vom Organisationskreis der Frauenfrühstückstreffen hatte am Sonnabendvormittag gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen allen Grund, sich zu freuen. Immerhin 177 Frauen, erstmals hat sich auch ein Mann "hineingeschlichen", fanden sich zum Treffen für Frauen im Matthias-Claudius-Haus zusammen. Das Thema dieses Vormittags lautete: "Wenn die Seele am Boden liegt". Als Referentin konnte die Heilpraktikerin für Psychotherapie, Elisabeth Knoth aus Plauen, gewonnen werden. Sie führt eine Beratungspraxis für Menschen, die ihr Leben verändern wollen. Sie hilft durch Beratung, Coaching, Schulung und Supervision.

In ihrem Vortrag ging sie auf Ereignisse im Leben eines Menschen ein, die zu tiefer Niedergeschlagenheit bis hin zu Depressionen führen können. Sie hinterfragte die Ursachen, gab Hinweise auf Symptome im Gesamtbild des Menschen und zeigte Wege auf, wie man aus dem Dilemma wieder herauskommt oder sich davor schützt. "Wir müssen mehr hinschauen. Dafür braucht es Mut. Mutige Entscheidungen müssen wir treffen, wollen wir im Leben etwas verändern. Schaffen wir dies allein? Oder brauchen wir fachliche Hilfe? Diese Fragen müssen wir uns beantworten. Ich stelle aber immer wieder fest, dass die Menschen zu wenig miteinander reden", so die Erfahrungen von Elisabeth Knoth.

Bevor sie an das Rednerpult getreten war, erzählte Eleonore Schneidewind in sehr persönlichen und bewegenden Worten, wie sie in ihrem Leben schwierige Situationen gemeistert hat. Dabei habe sie ihren Weg zurück zum Glauben an Gott gefunden. "Bestandteil unseres Frauenfrühstücks sind oft auch derartige Erfahrungsberichte oder ein Theaterspiel", so Angelika Lange. Sie ist für die Oschersleber Frühstückstreffen die Koordinatorin.

Völlig ehrenamtlich werden die Treffen organisiert, insgesamt 14 Frauen aus Staßfurt, Oschersleben, Großalsleben oder Neinstedt sind im Vorbereitungskreis dabei. "Unsere Eintrittskarten bezahlen wir dennoch selbst. Vier Kuchenfrauen unterstützen uns wie auch Manfred Grabbe, der für die Technik zuständig ist", erzählt Angelika Lange weiter. Einst mischte auch Pfarrerin Annette von Biela im Vorbereitungskreis mit. Sie war am Sonnabend noch einmal nach Oschersleben gekommen. Nach ihrem Weggang gemeinsam mit ihrem Mann nach Salzwedel wurde sie nun offiziell vom Frauenfrühstückskreis verabschiedet.

Erstes Treffen am 16. März 2002

Für die musikalische Umrahmung des Treffens sorgte am vergangenen Sonnabend Nadine Duwe von der Musikschule Oschersleben. In der Pause hatten die Frauen die Gelegenheit, in Büchern zu stöbern, diese zu kaufen oder sich von Christine von Märtens in pflanzlichen Dingen beraten zu lassen. Auch Elisabeth Knoth stand für persönliche Fragen zur Verfügung.

Frühstückstreffen für Frauen gibt es seit 2002 in Oschersleben. Das erste Treffen fand am 16. März 2002 statt. Zweimal im Jahr, immer im Frühjahr und Herbst, werden derartige Veranstaltungen organisiert. Themen waren beispielsweise bislang: "Wohin mit meiner Wut im Bauch?", "Neid - zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihr Herz und Ihre Seele!", "Verstehen und verstanden werden", Vertrauen -ein Wagnis".

"Der gesamte Vormittag, außer die Musik, wird auf CD aufgenommen. Wer noch einmal reinhören möchte, kann die CD für drei Euro kaufen", so Angelika Lange. Ein Nachgespräch zum jüngsten Oschersleber Frauenfrühstückstreffen findet übrigens morgen statt", erklärt Angelika Lange.

Die Termine und Themen für die Frühstückstreffen im Jahr 2015 in Oschersleben stehen mit dem 21. März ("Wie man sich anständig trennt - Oder wie Ausmisten gelingt") und dem 7. November ("Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln - Geheimnisse der Sympathie") bereits fest.

 

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