Der geschwungene Landesgrenzstrich zwischen Helmstedt und Hötensleben erlebt zwei Festakte zum Jubiläum "25 Jahre Mauerfall". Den Part zum 9. November füllt die Stadt Helmstedt mit einem Bürgerfest am morgigen Sonntag aus. Hötensleben zieht mit einer eigenen Kultursause in drei Wochen nach.

Helmstedt/Marienborn l Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gedenken gemeinsam der Grenzöffnung vor 25 Jahren, namentlich unter Beteiligung der beiden Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) und Stephan Weil (SPD), die morgen Auftritte sowohl in Helmstedt als auch in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn absolvieren. Sie begleiten und eröffnen zunächst den Festakt in der niedersächsischen Kreisstadt, der mit einem ökumenischen Festgottesdienst eingeläutet wird.

Am Nachmittag nehmen beide Politiker am Podiumsgespräch in Marienborn teil, zu dem auch Zeitzeugen wie Annemarie Reffert und ihre Tochter Juliane erwartet werden, die am 9. November 1989 als erste DDR-Bürgerinnen den damaligen Grenzübergang Marienborn passierten.

Seit Jahresbeginn hat die Stadt Helmstedt an ihrem Bürgerfest für die ganze Region gefeilt. "Alle Vorbereitungen gipfeln nun in diesem besonderen und historisch denkwürdigen Tag", sagt Bürgermeister Wittich Schobert. Die gesamte Innenstadt verwandele sich in eine "einzigartige Festmeile mit zahlreichen Angeboten und Anlaufpunkten". Musik, Märkte, Ausstellungen, Lesungen, Warenstände, verkaufsoffener Sonntag, Jubiläumspoststempel und noch vieles mehr erwartet die Besucher ab 13 Uhr zwischen Marktplatz und Gröpern. Etliche Vereine und Institutionen der Landkreise Helmstedt und Börde sind präsent und die Kultureinrichtungen der Stadt geöffnet.

Musikalische Leckerbissen liefert die NDR-Bühne am Juleum. Linda Hesse, Schlagerstar aus Halberstadt, ist mit ihrer "Neuen Deutschen Mucke" live dabei. Dazu kommen Hit- Giganten der Neuen Deutschen Welle: Markus, Geiersturzflug, UKW Peter Hubert, Hubert Kah und Frl. Menke. "Das bedeutet das passende Flair der damaligen Zeit und insgesamt eine Show für alle Generationen", ist Schobert gewiss.

Auf ganz ähnliche Weise zelebrieren die Ost-West Nachbarn Hötensleben und Schöningen indes Ende des Monats ihr Grenzöffnungsjubiläum. Wohlweislich "verspätet", denn die Sperre zwischen beiden Orten war seinerzeit noch nicht am 9. November, sondern erst zehn Tage später aufgehoben worden.

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