Von Ivar Lüthe

LandkreisBörde l Der Eigenbetrieb Abfallentsorgung hat eine Multimedia-Broschüre zum Thema korrekte Abfallentsorgung herausgegeben. Den Ratgeber gibt es in gedruckter Form sowie im Internet. Darin wird bildhaft erklärt, was in welche Tonne gehört. Bei der Präsentation im Abfallausschuss gab es allerdings auch Kritik. Hans-Eike Weitz beispielsweise kritisierte die recht simple Erklärform. "Das ist was für Schulen. Unsere Bürger sind doch nicht dumm", sagte der Rottmersleber.

Ergebnis der Analyse

Ausschussvorsitzender Danny Schonscheck verteidigte die Form: "Diese Broschüre ist auch ein Ergebnis der Abfallanalyse". Aus der Analyse ging hervor, dass noch immer recht viel "falscher" Müll in den einzelnen Tonnen landet. So etwa viel biologischer Müll in der gelben Tonne. Siegfried Bärhold, Geschäftsführer der AWG Wolmirstedt, sprang Schonscheck zur Seite. "Wir dürfen nicht von uns ausgehen. Unsere Wohnungsgesellschaft kostet die falsche Müllentsorgung in jedem Jahr viel Geld", sagte Bärhold, der Gast der Sitzung war.

Verfasst wie ein Lehrbuch

Martin Stichnoth bemängelte, dass im Grunde alles, was in der Broschüre steht, auch im jährlichen Abfallkalender stünde. Auch sein Bürgermeisterkollege Franz-Ulrich Keindorff stieß sich an der Broschüre. "Die Idee mag ja gut sein. Aber das ist was aus der Schule für die Schule. Ich fühle mich da ein wenig verklapst. Das ist eher ein Lehrbuch, als alles andere", so der Barleber. Ein weiterer Punkt, der ihn störte war, dass die Broschüre von einem Hamburger Unternehmen erstellt wurde. "Warum mussten wir dafür nach Hamburg gehen? Wir haben auch in unserem Landkreis clevere Firmen", monierte Keindorff.

Kreis hat 5000 Euro gezahlt

Eigenbetriebsleiterin Natalja Peters verteidigte: "Die Firma ist auf uns mit der Idee herangetreten. Solch eine Broschüre hatten wir noch nie." Und sie erinnerte an vorangegangene Diskussionen im Ausschuss: "Wir hatten gesagt, dass der Abfallkalender überfrachtet ist, die Leute sich nur die Abfuhrtermine herausnehmen und den Rest wegwerfen. Und von diesem Kalender drucken wir einige Tausend. Daher kam ja die Idee der Multimedia-Broschüre erst auf."

5000 Euro hat die Broschüre den Landkreis gekostet. Mit einigen Anzeigen von Partnern des Eigenbetriebes, wie beispielsweise Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften sowie Entsorgungsgesellschaften, wurde die Broschüre mitfinanziert. 3000 gedruckte Exemplare gibt es davon. Sie sollen in einigen Gemeinden und Institutionen ausliegen.

Die gesamte Broschüre gibt es auch im Internet unter der Adresse des Eigenbetriebes www.eigenbetrieb-abfallentsorgung.de.