Zwar blieb die Ausbeute der "Nacht der Vampire" Mittwochabend mit gerade mal 60 Blutspendern in der 5000-Seelen-Gemeinde Wanzleben weit unter den Erwartungen des DRK. Dennoch gab es im Blutspendelokal der Rotkreuzler Grund zur Freude. Das freiwillige Gastro-Helfer-Team, das zur Stärkung der Spender für den Imbiss sorgt, durfte die neue Kocharena einweihen.

Wanzleben l Die fünfte und damit für dieses Jahr in Wanzleben letzte DRK-Blutspende hatten die Jugendrotkreuzler gemeinsam mit den Mitgliedern des DRK-Ortvereins Wanzleben unter ein ganz besonderes Motto gestellt. Sie riefen Mittwochabend die "Nacht der Vampire" aus. Dafür hatten nicht nur sie sich "typgerecht" geschminkt und stilecht in Vampirumhänge gehüllt. Auch das Blutspendelokal, das DRK-Kinder- und Jugendzentrum "Tenne", war am Abend kaum wiederzuerkennen. Der Eingang in schummrig blutrotes Licht getaucht, bahnten hier gespenstische Figuren in Friedhofskulisse den Besuchern den Weg zur Begrüßung. Der Eintritt wurde von jedem mit einem Blutschnaps (Kirschsaft) besiegelt. Nach der Spende wartete auf alle Freiwilligen zur Stärkung ein blutrünstiges Dinner in der "Gruft von Graf Dracula" - serviert wurden "abgehackte Finger im Teigmantel" (Würstchen), ein bissfester "Monstersalat" sowie eine herzhafte Blutsuppe (Soljanka).

Doch alle noch so kreative Aktivität der Jugendrotkreuz-Gruppe nützte nichts, um die Spenderbilanz der Sarrestadt Mitte der Woche über die des Vorjahres zu treiben. Nur 60 Spender, darunter zwei Erstspender, ließen sich hinterm Ofen vorlocken und im Rahmen der Aktionsblutspende "anzapfen".

Bei den vergangenen vier Aderlass-Terminen in der "Tenne" waren es Anfang des Jahres 64 Freiwillige, beim zweiten 71 Spender, beim dritten schauten 56 Wanzleber und beim vierten mit 89 die meisten vorbei, zieht die Blutspendebeauftragte des DRK-Kreisverbandes, Sabine Tacke, Bilanz. Damit sind in diesem Jahr in Wanzleben 340 Blutspenden gezählt worden. Zum Vergleich: 2013 waren es noch 391.

"All diejenigen, die zur ,Nacht der Vampire` vorbeischauten, zeigten sich über die Aktion und die kreative Umsetzung und Betreuung durchweg begeistert", freut sich DRK-Mitarbeiter Stephan Dill. Grund zur Freude hatten auch die freiwilligen Helferinnen, die zur Stärkung der Blutspender traditionell für den Imbiss sorgen. Sie durften die neu in der "Tenne" installierte Küche, die hier das weit über 20 Jahre alte Vorgängermodell ablöst, im orangefarbenen Retro-Design erstmals auf Herz und Nieren testen. Die 10000 Euro teure Investition war durch Spenden finanziert worden. "5000 Euro hat die Stiftung des DRK-Blutspendedienstes NSTOB gesponsert. Die andere Hälfte wurde vom DRK-Kreisverband und dem Ortverein Wanzleben gestemmt", erklärt Stephan Dill bei der feierlichen Einweihung.

Das neue Schmuckstück und Stauraumwunder soll nicht nur den ehrenamtlichen Helferinnen, die zu den fünf Blutspendeterminen jedes Jahr mit einer großen Portion Liebe das Buffet herrichten, ab sofort die Küchenarbeit erleichtern. Die auf Hochglanz polierte Koch-arena ist auch der Stammplatz für die Nachwuchsköche der "Tenne", die sich hier einmal pro Woche zum gemeinsamen Bruzzeln treffen, erklärt Jugendrotkreuz-Mitarbeiterin Sabine Stitz.

Das Projekt, bei dem die gesunde Ernährung im Vordergrund steht, zählt aktuell 15 junge Feinschmecker. "Bei dem Kochprojekt vermitteln unsere ehrenamtlichen Helfer den jungen Weißmützen das Einmaleins des Kochens", erklärt Einrichtungsleiter Jörg Schulz. Und zwar vom Rezeptestudieren, übers Einkaufen, bis hin zum Kochen und Anrichten.

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