Wanzleben (dei/wal) l Der Investorenprozess bei der insolventen Stadtwerke Wanzleben GmbH ist in vollem Gange. Bislang sind Insolvenzverwalter Lucas Flöther konkrete Angebote zur Übernahme des Geschäftsbetriebes oder der Beteiligung an den Stadtwerken von zehn Interessenten vorgelegt worden. Nach Prüfung der Angebote entscheiden die Teilnehmer der Gläubigerversammlung am 4. Dezember vor dem Amtsgericht Magdeburg, welches Sanierungskonzept zum Zuge kommt und mit welchen Investoren die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen.

"Nach wie vor ist nicht nur ein Verkauf der Stadtwerke möglich, sondern auch die Beteiligung eines Investors im Rahmen eines Insolvenzplans", erklärt Flöther. "Im letzteren Fall bliebe die Stadt als Gesellschafter mit an Bord. Für welchen Weg sich die Gläubiger auch entscheiden: Wichtigstes Ziel ist es, das Unternehmen mit Hilfe eines Investors wieder auf solide Füße zu stellen."

In den nächsten Tagen wird Flöther die vorliegenden Angebote aufbereiten. Die Gläubiger entscheiden sich anschließend für ein Angebot und beauftragen den Insolvenzverwalter daraufhin entweder mit der Vorbereitung des Verkaufs oder der Insolvenzplanerstellung. "Am 4. Dezember werden wir mehr wissen", so Flöther.

Stadtwerke melden Anfang August 2014 Insolvenz an

Zur Historie: Die Stadtwerke hatten Anfang August 2014 Insolvenz angemeldet. Flöther hatte den Geschäftsbetrieb seitdem stabilisiert und uneingeschränkt fortgeführt. Das Unternehmen wurde 1991 als Wanzleber Wärmeversorgungsgesellschaft als reiner Wärmelieferer im Bereich der Fern- und Nahwärme für die Stadt Wanzleben und die Re- gion gegründet. 1996 erfolgte die Umwandlung in Stadtwerke Wanzleben GmbH als 100-prozentige Tochter der Stadt. Zeitgleich wurde der Bauhof übernommen. Seit 1997 betrieben die Stadtwerke auch das Spaßbad in Wanzleben. Bauhof und Bürgerspaßbad werden seit Anfang Oktober wieder von der Stadt betrieben. Das Unternehmen verfügt zudem über eine eigene Biogas- und eine Solarthermieanlage.

Stadt bevorzugt Verkauf des Geschäftsbetriebes

Mit Stimmenmehrheit hatten sich die Stadträte für einen Rückzug als 100-prozentiger Gesellschafter der Stadtwerke Wanzleben GmbH ausgesprochen. Die Entscheidung über den Ausstieg war am 13. November gefallen. Der Stadtrat stellte aber gleichzeitig klar, dass er bei einem entsprechenden Konzept eines Investors offen für neue Gespräche sei. Die Stadt bevorzugt eine übertragende Sanierung, also den Verkauf des gesamten Geschäftsbetriebs. Wird der Beschluss durch die Gläubiger abgesegnet, ist die Stadt finanzielle Risiken los, aber auch ohne Einfluss auf Preisentwicklungen.