Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt der Druxberger Kunst- und Kulturverein "Kleine Galerie" aufs Jahresgeschehen zurück. Den erfolgreichen Ausstellungen steht ein Problem räumlicher Natur gegenüber, das den Verein zu Planänderungen zwingt.

Druxberge l "Ich will es mal ein bautechnisches Hindernis nennen", sagt Vereinsvorsitzende Beate Schmidt und meint damit den Umstand, dass in der alten Schule mit den Galerieräumen keine Heizung mehr läuft. "Die Anlage ist abgeschaltet, weil die Mietwohnung im Haus inzwischen leersteht, und eine Ausstellung im Kalten wollten wir uns und unseren Gästen nicht zumuten", erklärt Schmidt, warum die vierte Vernissage in diesem Jahr nicht mehr stattgefunden hat.

Bei der Mitgliederversammlung jüngst ließ sie außerdem wissen, dass "wir mit der Situation vorerst so leben müssen", es also auch 2015 lediglich drei Ausstellungen in der Kleinen Galerie geben wird. Die nun abgesetzte Keramik-Ausstellung werde Mitte Mai den Anfang machen. "Damit können alle, die jetzt etwas verwundert waren, was aus der geplanten Abschlussveranstaltung geworden ist, versichert sein, dass wir das auf jeden Fall nachholen - nur eben als Saisoneröffnung", so Schmidt. Für den zweiten Akt steht bereits ein konkreter Termin: Die Ausstellung mit dem Titel "Druxberge" wird am 26. Juni parallel mit der Festwoche zum 880-jährigen Bestehen des Dorfs eröffnet. Im Spätsommer schließlich präsentiert Malerin Andrea Markus eine Werkauswahl im gediegenen Druxberger Schulraum.

Mit der Bilanz des zwangsverkürzten Jahres zeigte sich der Vorstand zufrieden. Die drei Ausstellungen mit jeweils vier Wochenenden Laufzeit lockten insgesamt 438 Besucher an. "Zu den sonst üblichen rund 600 Gästen fehlt natürlich ein Stück, was sich aber mit der fehlenden vierten Ausstellung schnell erklärt", kommentierte Beate Schmidt die Zahlen. Hochgerechnet bewege man sich exakt auf dem bisherigen Mengenniveau.

Begonnen hatte das Galeriejahr im März mit der filigranen Fadenkunst der Klöppelgruppe Magdeburg-Diesdorf, deren teils preisgekrönte Arbeiten höchste Bewunderung erfuhren. Es folgten im Mai die Landschafts- und Naturmalereien der beiden Eilsleber Hobbykünstlerinnen Hilde Jacholke und Doris Dürr, die ihre Bilder erstmals in solch größerem Rahmen der Öffentlichkeit vorstellten. Die Fotoausstellung "Berge im Licht - Faszination Alpen" des Bergwanderers Mario Patzschke aus Beendorf im Juli bedeutete dann schon den ungeahnten Abschluss der Galeriesaison.

Aus dem Finanzbericht von Vorstandsmitglied Eva Felsmann ging hervor, dass der Verein es wieder geschafft hat, "mit verhältnismäßig wenig Geld - Mitgliedsbeiträge und Spenden von Besuchern - Kultur im ländlichen Raum zu fördern". Diesen Weg werde man weiter beschreiten, betont Beate Schmidt, "aber vielleicht müssen wir uns dafür bald nach einer neuen Bleibe umschauen."

Eine Alternative wäre das sanierte Pfarrhaus im benachbarten Drackenstedt, in dem noch geeignete Räume frei sind. "Das ist jedoch längst nicht spruchreif", so die Vorsitzende, "zunächst sind wir bemüht, zusammen mit der Gemeinde nach einer Lösung für unsere Räume in Druxberge zu suchen." Ein drohendes Problem hier sei der Schimmelpilz. Schmidt konstatiert: "Das ist sehr ärgerlich, denn wir haben darauf bereits hingewiesen, als die Gemeinde das Gebäude quasi stillgelegt hat."

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