Wulferstedt l Der Gröninger Wehrleiter Friedrich Günther, seine Gruppenführer und der Ausleber Wehrleiter Clemens Köhler hatten als Vorbereitungsteam für die Großübung einen besonderen Platz ausgewählt - den Feldweg zwischen Hornhausen und Wulferstedt, mitten im Großen Bruch und fernab der Ortschaften.

Um 18.05 Uhr wurde der Alarm ausgelöst und bereits nach sechs Minuten waren Feuerwehrleute aus dem am nächsten gelegenen Wulferstedt vor Ort. In der Dunkelheit bot sich ihnen ein Bild des Schreckens. Der Pflug an einem Traktor war umgekippt und auf einem Kleinwagen mit zwei Insassen gelandet.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme galt es als erstes, für ausreichend Licht zu sorgen. Hier unterstützten dann auch die inzwischen eingetroffenen Einsatzkräfte aus Ausleben. Im Schein der starken Scheinwerfer offenbarte sich dann das ganze Ausmaß dieser gestellten Katastrophe. Ein weiteres Fahrzeug hatte sich überschlagen, war auf dem Dach gelandet und hatte unter sich einen Radfahrer begraben - noch dazu am Deich.

Nun galt es für die Führungskräfte der Wehren die Reihenfolge der Aufgaben festzulegen und die Einsatzkräfte zu verteilen. Durch den Unfall mit seinem Pflug hatte der Traktorfahrer einen Herzinfarkt erlitten. Seine Rettung gestaltete sich dennoch am unkompliziertesten, da sein Fahrzeug intakt war. Schnell war er von den Maltesern versorgt.

Große Schwierigkeiten bereitete der auf dem Dach liegende Pkw. Da er am Deich lag, bestand ständig die Gefahr, dass er weiter abrutscht. Hier galt es besondere Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Ein plötzlich im Motorraum ausbrechendes Feuer erschwerte die Rettung des eingeklemmten und schwerverletzten Radfahrers zusätzlich.

Aber auch der umgekippte Pflug machte es den Einsatzkräften nicht leicht und sorgte für einiges Kopfzerbrechen. Durch die gebrochene Hydraulikleitung konnte der Pflug nicht aufgerichtet werden. Nun musste schweres Gerät heran. Mit der hydraulischen Schere wurde kurzerhand das Dach des Pkw entfernt, um so zu den beiden Schwerverletzten vorzudringen. Auch hier erschwerte ein plötzlich auftretender Brand im Motorraum die Rettungsarbeiten.

Jeder Handgriff bei den Rettungsaktionen wurde von Friedrich Günther, den Gruppenführern und Clemens Köhler beobachtet und genau dokumentiert. Ziel dieser Großübung war nicht nur das Abrufen der erlernten Fähigkeiten in einer Extremsituation, sondern auch das Zusammenspiel der einzelnen Feuerwehren und anderer Hilfskräfte, wie hier mit den Maltesern.

Dabei habe es nach einer ersten Einschätzung viel Licht, aber auch Schatten gegeben. Bei Auswertungen werden die Wehrleiter das mit ihren Leuten genau besprechen, "denn nur so können aus der Übung die richtigen Konsequenzen für den Ernstfall gezogen werden. Dann muss jeder Handgriff sitzen und jede Minute zählt bei der Rettung eines Menschenlebens", waren sich die Verantwortlichen einig.

Bürgermeisterin Eva Stroka zeigte sich vom "ruhigen und besonnenen Vorgehen" der Feuerwehrleute beeindruckt und hatte jeden Schritt der Übung mit großem Interesse verfolgt.

   

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