Im Landkreis Börde gibt es rund 25340 Senioren-Haushalte. Das geht aus den neuesten Zensus-Zahlen hervor. Diese hat das Pestel-Institut in einer regionalen Untersuchung zum Senioren-Wohnen jetzt ausgewertet.

LandkreisBörde l Demnach lebt mittlerweile in 32 Prozent aller Haushalte im Landkreis Börde mindestens ein Mensch, der 65 Jahre oder älter ist. "Nur ein geringer Teil der insgesamt rund 90100 Wohnungen im Landkreis Börde ist dabei überhaupt seniorengerecht", sagt der Vorsitzende des Landesverbandes Mitteldeutschland vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Frank Müller. Im Landkreis gebe es seiner Meinung nach noch Nachholbedarf beim altersgerechten Bauen und Sanieren.

Das Verbändebündnis Wohnen weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass sowohl Haus- und Wohnungseigentümer als auch Mieter hierfür auch Zuschüsse vom Bund bekommen könnten. Die staatliche Förderbank KfW gebe bis zu 5000 Euro pro Wohneinheit dazu, wenn das gesamte Haus oder eine Wohnung vollständig barrierearm umgebaut wird. Auch wer eine altersgerecht sanierte Wohnung kauft, kann das Geld bekommen. Selbst Einzelmaßnahmen unterstützt die KfW: Pro Wohneinheit gibt es einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro.

In dem Verbändebündnis haben sich vier Organisationen und Verbände der deutschen Bau- und Immobilien-Branche zusammengeschlossen. Dazu gehören neben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel, die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau und der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Das Verbändebündnis Wohnen hatte das Pestel-Institut Hannover mit der regionalen Untersuchung zum Senioren-Wohnen beauftragt.

Bund stellt bis 2018 54 Millionen Euro bereit

Insgesamt stehen bis zum Jahresende bundesweit zehn Millionen Euro für das altersgerechte Bauen und Sanieren zur Verfügung. "Hier gilt der Grundsatz: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Das Verbändebündnis rät Haus- und Wohnungseigentümern im Landkreis Börde, die seniorengerecht umbauen wollen, die Sanierung möglichst zügig zu planen und den Zuschuss rasch bei der KfW zu beantragen. Es sei davon auszugehen, dass die Gelder im Fördertopf für das KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" auch in den kommenden Jahren schnell vergriffen sein werden.

Bis Ende 2018 habe der Bund hierfür insgesamt 54 Millionen Euro bereitgestellt. Benötigt würden aber mindestens 100 Millionen Euro - pro Jahr. Andernfalls drohe ein Mangel an Senioren-Wohnungen. Die Verbände appellieren daher an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich in Berlin für eine deutliche Aufstockung der Gelder stark zu machen. "Ziel ist es, die Wohnungen fit fürs Alter zu machen. Damit haben die Menschen die Chance, möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden zu leben und im vertrauten Umfeld alt zu werden", sagt Günther.

Dabei sei das altersgerechte Bauen und Sanieren keine Sache des Alters: "Junge Menschen können damit schon früh für das Alter vorsorgen. Und jungen Familien kommt eine barrierearme Wohnung spätestens dann entgegen, wenn ein Kinderwagen im Haus ist", wirbt Günther.