Das Bachsche Weihnachtsoratorium in Hötenslebens barocker Bartholomäuskirche hat einmal mehr sämtliche hohen Erwartungen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Mit ihrem Können sangen und musizierten sich die mehr als 60 Akteure in die Herzen des Publikums.

Hötensleben l Bereits vor Wochen begannen die Vorbereitungen für die alle zwei Jahre stattfindende Aufführung des Weihnachtsoratoriums. Unter Leitung von Pfarrer Peter Mücksch hat die Chorgemeinschaft Hötensleben intensiv für dieses Großereignis geprobt. Die besonders schwierigen Passagen wurden immer wieder geübt, bis der Pfarrer mit dem Ergebnis zufrieden war. Dann waren da noch die bangen Fragen: Klappt bei der Aufführung auch alles? Und vor allem, kommen genug Besucher?

Zumindest um die Zuhörerzahl musste sich der Hausherr keine Gedanken machen. Wie bereits in den Vorjahren, war die Kirche am Sonnabend restlos gefüllt, und die freudige Erwartung der Musikliebhaber war förmlich greifbar.

Mücksch gelang erneut das Kunststück, die Chorgemeinschaft Hötensleben mit der Kantorei Aschersleben sowie Gästen aus Chören des Kirchenkreises Egeln, der Saxonia Music Company Leipzig und den Solisten Antje Perscholka (Sopran), Inga Jäger (Alt), Stephan Scherpe (Tenor) und Michael Pommer (Bass) zu einem harmonischen Ganzen zu vereinen. Dabei zeigte sich, dass die fast 300 Jahre alte Musik Bachs kein bisschen angestaubt ist, nichts von ihrem Zauber verloren hat.

In sechs Teilen lässt Bach die Weihnachtsgeschichte um Jesu Geburt auf wuchtig musikalische Weise Revue passieren. In Hötensleben erklangen die Kantaten eins bis drei sowie die fünfte.

Wie im Flug vergingen die faszinierenden zwei Stunden im prächtig ausgestatteten Gotteshaus. Als der letzte Ton verklungen war, gab es kein Halten mehr. Ein Sturm von Applaus und Bravo-Rufen brach los. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Musikfreunde bei den Akteuren, und Pfarrer Mücksch hob zur Anerkennung glücklich beseelt beide Daumen. "Nach zwei Stunden gibt es heute keine Zugabe, aber die kommt am 21. März", erklärte er schließlich mit Verweis auf die österliche Johannes-Passion, die sich die evangelische Kirchengemeinde als nächste große Konzertveranstaltung auf die Fahnen geschrieben hat.

Bevor sie sich auf den Heimweg machten, nutzten etliche Besucher die Gelegenheit, ihre Freude auszudrücken: "Das war so ein schöner Abend, vielen Dank dafür", war immer wieder zu hören. Das Weihnachtsoratorium gehört eben für viele zu einer gelungenen einstimmenden Adventszeit dazu.