Unspektakulär ist am Donnerstabend die Wahl des Bürgermeisterkandidaten bei der SPD verlaufen. Fast einstimmig sprach sich der Oschersleber Ortsverein für den 34-jährigen Benjamin Kanngießer aus.

Oschersleben l Am Donnerstagabend entschieden 17 stimmberechtigte Mitglieder der SPD-Ortsvereine Oschersleben und Hornhausen über den Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 22. März in der Bodestadt. Die Aussprache zu den Kandidaten fand hinter verschlossenen Türen statt, der Wahlvorgang selbst war öffentlich. Ehe die Männer und Frauen die Stimmzettel in der Wahlurne verschwinden ließen, hatte der Vorsitzende des Oschersleber SPD-Ortsvereins, Olaf Schönefuhs, mitgeteilt, dass der Hornhäuser Wolfgang Zahn auf eine Kandidatur verzichte. Damit stand nur ein Name auf den Stimmzetteln.

Benjamin Kanngießer hätte für eine Nominierung neun Stimmen gebraucht. Bekommen hat er 14 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen (sie gelten als Ja-Stimmen) und eine Gegenstimme. Damit fiel für den 34-jährigen studierten Volkswirt die Nominierung eindeutig aus. "Ich nehme die Wahl an", waren nach den Glückwünschen von Olaf Schönefuhs seine Worte.

"`Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und anderen Windmühlen" - heißt es in einem alten chinesischen Sprichwort. Ich möchte mit der SPD Windmühlen bauen", benennt Benjamin Kanngießer sein Leitmotiv für die künftige Arbeit.

Er habe sich die Entscheidung, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, reiflich überlegt und sehe die Kandidatur und das Amt selbst, sollte er die Wahl gewinnen, als große Herausforderung. Die zugesagte Unterstützung der SPD, deren Mitglied er nicht ist, hätten ihn darin bestärkt, die Kandidatur anzunehmen. Und natürlich habe er intensive Gespräche mit seinem Vater Burkhard geführt, der ja bekanntlich einmal Landrat war.

"Ich halte es für wichtig, darauf zu verweisen, dass ich parteilos bin. Ich möchte für alle Bürger von Oschersleben wählbar sein. Bei der Wahl eines Bürgermeisters spielt die Zugehörigkeit zu einer Partei in meinen Augen eine untergeordnete Rolle", meint der frisch gekürte Kandidat. Erste Wahlerfahrungen sammelte Benjamin Kanngießer, der seit zehn Jahren im öffentlichen Dienst, bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitet, als Kandidat für den Kreistag im Bereich Westliche Börde/Obere Aller. Den Einzug in den Kreistag hat er am 25. Mai knapp verpasst.

Sollte er im Sommer 2015 in das Oschersleber Rathaus einziehen, sieht Benjamin Kanngießer mittelfristig zwei wichtige Ziele: "Eine effizientere Verwaltung zu gestalten, die für den Bürger da ist. Perspektivisch ist der Haushalt dahin zu führen, dass er Mittelperspektiven hat", meint der junge Mann, der in Oschersleben aufgewachsen und der Bodestadt immer getreu geblieben ist.

Bis zu guter Letzt hieß es in Oschersleben und Umgebung, dass auch der Hornhäuser Wolfgang Zahn für die SPD um das Bürgermeisteramt kämpfen wolle. Nun hat er auf eine Kandidatur verzichtet. "Hätte ich auf die Kandidatur bestanden, hätte dies zur Teilung des Ortsvereins geführt. Doch dieser ist gerade wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten. Mit nur einem Kandidaten zeigen wir Geschlossenheit", äußerte sich Zahn gestern gegenüber der Volksstimme. Nach dem Bürgerentscheid zum Erhalt des Oschersleber Freibades hätten ihm viele Menschen Mut zugesprochen. Ihnen möchte er an dieser Stelle sagen, dass er sich für sie weiterhin im Kreistag und auch im Oschersleber Stadtrat engagieren wird.

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