Viele Dutzend Blutspendetermine hat der DRK-Kreisverband Wanzleben übers Jahr gebracht. Der letzte fand fast schon traditionell wieder in Wormsdorf statt, wo die emsigen Helfer über das ohnehin aufwendige "Standardprogramm" hinaus Überraschungspakete geschnürt hatten und ihre Mühen kurz vor Weihnachten mit einem erfolgreichen Abschluss gelohnt sahen.

Wormsdorf l Auf dem Fernseher läuft eine Bilderschau. Momentaufnahmen der jüngsten Veranstaltungen in der Begegnungsstätte, Hinweise auf die nächsten Höhepunkte sowie Danksagung und Segenswünsche des Ortsvereins. Auf den Sofas wird gegenseitig gefrotzelt, man kennt und schätzt sich. Für Kinder ist eine Spielecke eingerichtet. Es ist eine gemütliche, familiäre Atmosphäre zwischen Clubraum und Anbau. Und überall schwirrt jemand im roten DRK-Shirt um, auf dem hinten nahe der Schulter geschrieben steht: "Bitte klopfen, wenn Sie Hilfe brauchen."

Hier gibt sich ein sichtlich eingespieltes Team alle Mühe, dem kleinen Aderlass einen möglichst angenehmen Rahmen zu verpassen und die Spender mit weit mehr als belegten Brötchen zu umsorgen. Es kommt sicher auch nicht von ungefähr, dass die Spenderquote im 500-Einwohner-Dorf vergleichsweise hoch ist. "Letztens lief es leider nicht ganz so gut, aber das kommt immer mal vor", sagt Sebastian Duwald, der Schritt eins, die Anmeldung der Spender betreut. "Meistens haben wir so zwischen 50 und 60 Spender hier." Jeder einzelne zählt - man legt natürlich auch Wert auf die Statistik - und wird als wichtig erachtet.

Nach gut drei Stunden wird Duwald 63 Männer und Frauen registriert haben - noch einmal ein überaus erfreuliches Jahreshoch zum Abschluss. "Damit waren in Wormsdorf insgesamt 224 Blutspender anwesend, darunter neun Erstspender", rechnet Sabine Tacke in der Geschäftsstelle aus.

"Ein tolles Ergebnis", meint auch Ortsvereinsvorsitzende Ingrid Siedentopf, die sich dafür bei den Spendern und insbesondere "bei meinen zwei Schichten" bedankt, "die hier immer schon ab Vormittag alles vorbereiten". Seit 30 Jahren wird in Wormsdorf so oder so ähnlich die Blutspende begleitet. Es ist sozusagen ein Stück Dorfkultur geworden.

Als kleinen Bonusanreiz gab es diesmal ein Weihnachtspaket mit Kaffee, Wurst und Schokolade für jeden zehnten Spender. Volkmar Schröder durfte sich als Erster über die Überraschung freuen. Der 59-jährige Wormsdorfer zählt zu den Stammgästen. "Gerade hat er seine 89. Spende abgegeben", wusste Siedentopf zu berichten, "da gibt es ja bald schon das nächste Geschenk von uns."

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