Es war eine absolut gelungene Weihnachtsüberraschung für die Kirchengemeinde in Badeleben. Zwischen Adventskonzert und Heiligabend traf die Nachricht ein, dass die Restaurierung des Tauf- engels doch noch wie versprochen im laufenden Jahr beendet worden ist. Flugs hat man das barocke Holzkunstwerk also noch vor den Festtagen zurück in die Petruskirche gebracht.

Badeleben l Rote Pausbäckchen verleihen dem Engel kindliche Unschuld. Goldene Locken fallen auf die Schultern, die ein weiß wallendes Kleid mit güldener Schärpe tragen. Schwer zu glauben, dass diese lebendig anmutende Figur dieselbe ist, die noch im Frühjahr als traurige Gestalt verfallen ihr Dasein in einer Ecke von Sankt Petrus fristete. Doch es ist so. Der Engel hat in jedweder Hinsicht eine Kur erfahren und darf nun wieder strahlen.

"Es ist ganz toll geworden", lobt Pfarrer Peter Mücksch mit staunendem Blick auf das 300 Jahre alte Kirchenkleinod, "Frau Groll hat wirklich ganze Arbeit geleistet." Restauratorin Helma Konstanze Groll hatte den Badeleber Taufengel in ihrer Magdeburger Werkstatt unter ihre heilenden Fittiche genommen, nachdem der finanzielle Grundstock durch Spendensammlung und Spendenaufruf der Kirchengemeinde gelegt war. Die Skulptur war zu diesem Zeitpunkt arg beschädigt: abgeblätterte Farbschichten und ein wurmzerfressener Körper, dem zwei Glieder fehlten. Wiederherstellungskosten: 6200 Euro.

"Zwei Drittel der Summe haben wir durch die große Spendenbereitschaft im Ort und der Umgebung bereits beisammen, dafür gilt allen ein herzliches Dankeschön", so Peter Mücksch. Das Weihnachtskonzert des Männergesangvereins "Frohsinn" habe noch einmal knapp 500 Euro eingebracht. Des Pfarrers Wunsch lautet nun: "Zwar ist der Restbetrag durch eigene Rücklagen abgesichert, aber vielleicht schaffen wir es noch, das Projekt komplett über Spenden zu finanzieren, dann stünde das Geld natürlich an anderer wichtiger Stelle zur Verfügung." Die Spendensammlung laufe daher noch weiter - auch in der Hoffnung, dass sich manch einer angesichts des ansehnlichen Ergebnisses zu einem erst- oder nochmaligen Obolus bewegen lässt. "Erfahrungsgemäß ist es den Leuten wichtig, dass sie konkret sehen, was mit ihrer Spende verwirklicht wird", meint Mücksch.

Dem Badeleber Taufengel sieht man das Geschaffte deutlich an. Die abgängige Farbfassung ist nach Befund von der Restauratorin originalgetreu wiederhergestellt worden. "Mittels Eitempera, einem leuchtstarken, intensiven Malmittel, wobei die Farbpigmente mit Eigelb, Leinöl und Wasser gebunden werden", erklärt der Pfarrer. In Kooperation mit einem Kunstschnitzer konnte Helma Konstanze Groll auch die fehlenden Gliedmaßen erneuern. Der rechte Arm samt Teller und der linke Fuß wurden nach Vorbild anderer Taufengel ergänzt. Das mürbe Holz ist gefestigt worden, sodass ihm rosige Jahrzehnte bevorstehen sollten. "Seit seiner Entstehung im 17. oder wahrscheinlicher Anfang des 18. Jahrhunderts hat man sich immer gut um ihn gekümmert", stellt Pfarrer Mücksch fest, "und ich bin froh und dabkbar, dass sich unsere Generation dabei nun noch einreihen konnte."

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