Seehausen l Wanzleben und Seehausen im Landkreis Börde werden im Januar 2015 ihr Stadtrecht zurück erhalten. Das Verwaltungsamt des Landes Sachsen-Anhalt hat den Anträgen seine Zustimmung erteilt.

Im Zuge der Gebietsreform waren Wanzleben und Seehausen die Städtenamen aberkannt worden. Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch und Einwohner Seehausens hatten bereits zur Gebietsreform ihren Protest kundgetan. "Wir haben die Entscheidung zu keiner Zeit akzeptiert. Uns sind ein Stück weit Identität und Tradition genommen worden. Hier geht es um unsere Stadtgeschichte. Immerhin hat Seehausen bereits im Jahr 1695 das Stadtrecht verliehen bekommen."

Mehr noch: Schon in der Jungsteinzeit siedelten sich in dieser Gegend Menschen an. Ein sichtbares Zeugnis der Besiedlung ist der "Götterstein" - ein Menhir - der in den "Wilden Bergen" seinen Platz gefunden hat. "Menhir heißt auf bretonisch ,Langer Stein`. Der Stein ragt reichlich zwei Meter aus dem Boden und ist mindestens 3000 bis 3500 Jahre vor Christus aufgestellt worden. Um das Jahr 1800 wurde er an seinen jetzigen Platz verbracht", erklärt Eckhard Jockisch beim Spaziergang durch das Gelände. Er verweist auf eine durchaus geschichtsträchtige Vergangenheit und hat umsichtig als auch vorausschauend das Seehäuser Wappen mit dem Zusatz "Stadt" versehen lassen. Wanzleben führte diesen Titel bereits seit 1376. Verständlich, dass auch die Wanzleber ihn zurückhaben wollen.

Der Seehäuser Ortsbürgermeister beschreibt das weitere Vorgehen. "Nachdem unsere Anträge, die Städtenamen wieder tragen zu dürfen, vom Land abgesegnet worden sind, muss nun die Hauptsatzung der Einheitsgemeinde Wanzleben-Börde dahin gehend geändert werden. Der Beschluss wird auf der kommenden Sitzung des Stadtrates im Januar 2015 wohl reine Formsache sein. Unser Einsatz hat sich gelohnt. Nun werden wir im Ortschaftstitel wieder die Bezeichnung Stadt tragen", zeigte sich Eckhard Jockisch zufrieden.

Dass die Einwohner Seehausens die Geschichte der Stadt hautnah erleben möchten, unterstreicht der Abstecher, den Steffi und Mario Güldner zum Götterstein gemacht haben. "Wir vertreten uns an diesem geheimnisvollen Ort die Füße und genießen von hier oben den herrlichen Blick", sagt Mario Güldner.