Ein Geschichts- und Geschichtenbuch für Eilsleben soll noch in diesem Jahr in Druck gehen. Anlass dafür ist ein Jubiläum: 1145 wurde Eilsleben zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Eilsleben l Es ist 110 Jahre her, da erschien die Eilsleber Chronik des Lehrers Andreas Thiele. Eine lesenswerte Schrift für alle, die sich für Heimatgeschichte und die Ereignisse vergangener Zeiten interessieren. Doch was kam danach?

Um das herauszufinden, erklärte sich der Autor dieses Artikels bereit, im Auftrag der Gemeinde Eilsleben ein Geschichts- und Geschichtenbuch zu erarbeiten. Seit über einem Jahr ist er nun mit Unterstützung einiger Eilsleber Bürger, des ehrenamtlichen Denkmalpflegers Günter Wagener und der schrift- und aktenkundigen ehemaligen Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung Gisela Lubomierski und des Heimatvereins dabei, Wissenswertes über Eilsleben aufzuschreiben.

Berichte über Ausgrabungen auf der Vosswelle und die Bärburg kommen darin vor. Es wird über den Bau der Eisenbahnlinie ab 1869 oder die Gründung der Zuckerfabrik am 19. Februar 1879 berichtet.

Aber auch die DDR-Jahre sind bereits Geschichte, und so kann man nachlesen, wie um 1950 Bauern enteignet und 1952 die LPG gegründet wurde.

Der Leser kann sich einen Eindruck über die Kommunalpolitik verschaffen und viel über die Feuerwehr, den Sportverein, den Chor, den Karneval oder die Bemühungen um den Erhalt des Wasserturms erfahren.

Aus der Postkartensammlung von Günter Wagener gibt es zahlreiche alte Eilsleber Ansichten zu sehen, zum Beispiel vom Gasthof Fritz Zacharias, heute Rathaus.

Wer weiß schon, dass es in und um Eilsleben einst sieben Windmühlen gab oder dass um 1900 etwa da, wo sich heute das Schwimmbad befindet, nach Kali gebohrt wurde? Und wem ist bekannt, dass die Heinrichstraße und der Zimmermannplatz nach dem erfolgreichen Bürgermeister von 1895, Heinrich Zimmermann, benannt wurden?

Auch Geschichten, die Eilsleber Bürger aus ihrer Erinnerung erzählt oder aufgeschrieben haben, werden in dem Buch ebenso vorkommen wie einige Porträts, zum Beispiel von Ärzten.

Eine große Hilfe bei der Suche nach Themen ist einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) zu verdanken, in der in den 1990er Jahren bereits viel Material zusammengetragen wurde. Auch Akten und Unterlagen im Ummendorfer Bördemuseum und im Kreisarchiv wurden gesichtet.

Bis zur Fertigstellung des Geschichtsbuches wird es noch geraume Zeit dauern, denn mit Aufzeichnungen der jüngsten Vergangenheit, in der sich Eilsleben umfangreich verändert hat, wurde noch gar nicht begonnen. Ziel ist es aber, noch 2015, wenn der Ort auf seine Ersterwähnung 1145 aufmerksam machen will, auch das Druckwerk anbieten zu können. Es ist also noch Zeit, aus eigenen Erinnerungen oder Fotoschachteln etwas beizutragen.

 

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