Sieben Lehrerinnen und Petra Meyer, Leiterin der Grundschule Osterweddingen, drückten gestern Nachmittag selbst die Schulbank. Sie nahmen an einer Weiterbildung teil, die den Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Lernvermögen bei Kindern zum Inhalt hatte.

Osterweddingen l Im Landkreis Börde ist die Grundschule Osterweddingen nach eigenem Bekunden die erste, die die wissenschaftlichen Ergebnisse der "Schnecke-Studie" von Dorothea Beigel und Professor Dietrich Grönemeyer unter dem Titel "Bildung kommt ins Gleichgewicht" nutzen. Schulleiterin Petra Meyer und sieben ihrer Kolleginnen nahmen am Freitagnachmittag an einer Weiterbildung teil. Diese wurde von der Hamburger Diplom-Sozialpädagogin Gisela Holst geleitet.

Gisela Holst machte die Osterweddinger Grundschullehrerinnen damit vertraut, dass Gleichgewichtsschwierigkeiten bei Schülern negative Auswirkungen auf ihre Schulnoten haben würden. "Das Gleichgewicht ist das A und O", verdeutlichte Holst. Würden Kinder damit Probleme haben, führe das zu schlechten Leistungen in der Schule. Diese These sei durch Studien belegt, sagte die Dozentin. Das Programm "Bildung kommt ins Gleichgewicht" helfe dabei, die Defizite bei den Kindern abzubauen und ihre Leistungen in der Schule zu steigern. Zurückzuführen seien diese Defizite auf die frühkindliche Entwicklung, die einige der Mädchen und Jungen noch nicht vollständig abgelegt hätten, was wiederum zu Problemen führe.

Neben der Theorie hatte Gisela Holst für die Osterweddinger Lehrerinnen auch praktische Übung parat, die die Frauen sogleich ausprobierten. Von kommenden Montag an werden die Lehrerinnen mit ihren Kinder zu Beginn jeder Unterrichtsstunde diese Übungen zur Schulung des Gleichgewichtes ausführen.

"Die lernunterstützenden, spielerischen Balanceübungen, die vor jeder Unterrichtsstunde mit allen Beteiligten durchgeführt werden, zeigen, dass regelmäßige in die Schulstunden integrierte Übungen zur Verbesserung in Lese- und Rechenleistungen führen", sagte Osterweddingens Schulleiterin Petra Meyer. Ebenso würden die Übungen das kognitive Lernen (Lernen durch Einsicht) sowie die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder fördern.

Das Projekt an der Grundschule Osterweddingen wird von der Gleichgewichtsdozentin Gisela Host ein Jahr lang begleitet. Es kann nach der Schule von den Kindern eigenständig weitergeführt werden. "Das Gleichgewichtsprogramm ist so konzipiert, dass es mit Unterschieden vom Kindergartenalter bis hin zur Oberstufe einsetzbar ist", sagte Petra Meyer. Sie bedankte sich beim Förderverein der Grundschule Osterweddingen für die Finanzierung des Schulungsmaterials, das das Programm "Bildung kommt ins Gleichgewicht" begleitete.

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