Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Arztpraxen in Völpke hat eine neue, nun juristische Ebene erreicht. Allgemeinmedizinerin Diana Willms musste ihre Praxis in der Vorwoche auf eine gerichtliche Verfügung hin vorübergehend geschlossen halten. Geklagt hat das Landambulatorium Börde.

Völpke l Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist schon wieder enorm. Für die Patienten sei das "natürlich eine katas- trophale Situation", sagt Allgemeinmedizinerin Willms, die sich jüngst erneut mit einem vorläufigen Betriebsverbot konfrontiert sah. Diesmal sorgte eine kurzfristige Anordnung des Sozialgerichts Magdeburg für die Praxissperrung. Auslöser dafür war eine Klage des ebenfalls in Völpke ansässigen Landambulatoriums Börde gegen den Beschluss des Berufungsausschusses. Dieser hatte die kassenärztliche Sonderzulassung Willms` bestätigt, sodass sie im September die Praxis in der Neuen Straße offiziell öffnen konnte.

Gegen Zulassung und Bestätigung war das Landambulatorium Börde bereits mehrfach vergeblich vorgegangen. Aus seiner Sicht gebe es keinen Bedarf für eine weitere Arztpraxis in der Region. Weder die Kassenärztliche Vereinigung noch der Berufungssauschuss teilten diese Ansicht, so zog das Landambulatorium vor das Sozialgericht.

Willms ist mit ihrem rechtlichen Beistand sofort gegen den gerichtlichen Beschluss angegangen - mit Erfolg. Das übergeordnete Landessozialgericht in Halle hat die Verfügung aus Magdeburg Ende der Woche wieder gekippt. "Ich weiß leider noch nichts Näheres, weil das entsprechende Fax erst heute Nachmittag in der Praxis eingelaufen ist, aber Fakt ist, dass meine Praxis am Montag wieder geöffnet ist", teilte Diana Willms am Freitag telefonisch mit. Das Vorgehen des Landambulatoriums wollte sie nicht weiter kommentieren. Volksstimme hat die Geschäftsleitung um eine Stellungnahme gebeten.

Jegliche Willms-Patienten haben somit in der Vorwoche vergeblich auf eine Sprechstunde gewartet. Die Praxis-Mitarbeiter waren dennoch vor Ort und haben den Leuten die Situation dargelegt. Mehrere Patienten haben sich daraufhin verärgert unter anderem an die Volksstimme gewandt und äußerten großes Unverständnis für den vom Landambulatorium beschrittenen Weg.