Nach dem Sturmschaden am Klein Wanzleber Schuldach liegen die bereits für diese Woche geplanten Reparaturarbeiten auf Eis. Doch die Verzögerung liegt weder am Schneefall noch an den winterlichen Temperaturen. Die Versicherung fordert von der Stadt für die Neueindeckung des Flachdachs weitere Kostenvoranschläge.

KleinWanzleben l Während sich auf der maroden Kreisstraße in Klein Wanzleben zwischen der "Casino"-Gaststätte und dem Landambulatorium gestern trotz des anhaltenden Schneefalls und Temperaturen um den Gefrierpunkt die Bauleute mit der Baggerschaufel fleißig ihren Weg bahnten, liegen die bereits für diese Woche angedachten Reparaturarbeiten am Klein Wanzleber Schuldach hingegen auf Eis. Doch Schuld an der Baupause ist nicht etwa das winterliche Wetter.

Das Baugerüst steht bereits, das Bauamt der Stadt hat den Sturmschaden längst der Versicherung gemeldet. Doch genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Nachdem in der vergangenen Woche eine Dachdeckerfirma das vom Sturm beschädigte Dach mit Netzen gesichert, die Fläche untersucht und einen Kostenplan abgegeben hat, fordert die Versicherung nun von der Stadt weitere Kostenvoranschläge. "Wir warten nur darauf, dass uns die Versicherung grünes Licht gibt", erklärte gestern Ines Darius vom Bauamt auf Nachfrage. Sie schätzt auch weiterhin, dass die Reparatur des Flachdachs mit mehreren tausend Euro zu Buche schlagen wird. "Schließlich sind bei dem Sturm von 365 Quadratmetern Dachpappe nur 100 liegen geblieben. Wenn sich jetzt in diesem Bereich immer mehr Wasser zwischen Dachhaut und Dämmung schiebt, muss das komplette Dach repariert werden", erklärte sie. Auch die Blitzschutzanlage hatte es hier am 9. Januar vom Dach gerissen. Teile aus Metall waren mit den Orkanböen aus 15 Metern in die Tiefe gestürzt.

Eigentlich hätte der Reparaturauftrag schon längst ausgelöst werden sollen. Denn mit dem "Abflug" der Dachpappe vor anderthalb Wochen ist seither auch die Dachdämmung ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Wann mit der Reparatur begonnen werden kann, steht mit der Versicherungsforderung nach weiteren Angeboten nun in den Sternen. Fest hingegen steht bereits, dass die beiden Nebendächer des Klein Wanzleber Feuerwehrgerätehauses noch in diesem Jahr saniert werden. Sofern das Wetter mitspielt, ist der Baubeginn hier für die erste Märzwoche vorgesehen. Startet die Modernisierung wie geplant, wäre das Vorhaben Anfang Mai abgeschlossen, erklärt Ines Darius. Insgesamt beläuft sich die zu investierende Bausumme auf rund 41000 Euro. Der Aufträge hierfür sind bereits vergeben worden, merkt die Bauamtsmitarbeiterin an. Der große "Dachschaden" am Zuckerdorf-Gerätehaus konnte bereits im vergangenen Frühjahr für rund 72 000 Euro behoben werden. Rund 400 Quadratmeter wurden mit neuem Ziegel eingedeckt. Seit 2007 hatte sich hier immer wieder Wasser seinen Weg ins Gebäude gesucht. "Und gefunden. Teilweise so stark, dass das Wasser durch zwei Stockwerke hindurch lief. Bei schlechter Wetterlage haben wir sogar schon auf dem Dachboden Schnee schieben müssen", hatte Ortswehrleiter Henning Helmecke berichtet. Den Schneeschieber habe er nun getrost vom Dach räumen können.

 

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