Hadmersleben hat in den vergangenen Jahren massiv an Einwohnern verloren. Wohnungsleerstand ist die Folge. Andererseits ist Oschersleben aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, sich dieses Problems anzunehmen.

Hadmersleben l In der Hadmersleber Hagenstraße ist es ein ganzer Wohnblock, der leersteht. Doch auch in anderen Mehrfamilienhäusern in unmittelbarer Nachbarschaft sind zahlreiche Wohnungen nicht bezogen. Der Ort hat in den vergangenen Jahren massiv an Einwohnern verloren. "Seit 1990 haben 700 Menschen unserer Stadt den Rücken gekehrt. Zurück bleiben leere Wohnungen", weiß Ortsbürgermeister Hans-Ulrich Göllner (parteilos). Mit der Misere Wohnungsleerstand habe sich deshalb der Ortschaftsrat Hadmersleben kürzlich intensiv beschäftigt.

Die Wohnungen seien nach wie vor kommunales Eigentum und werden von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Bewos verwaltet, wie Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos) bestätigt. Für ihn gibt es keine andere Alternative zur Leerstandssituation in Hadmersleben, als dass künftig Wohnungen "vom Markt genommen werden". "Einheiten zu sanieren und auf Mieter zu warten, wäre der falsche Weg, da auch mittel- und langfristig nicht mit einem deutlichen Anstieg der Einwohnerzahlen zu rechnen ist", meint Klenke.

Andererseits müsse der verbleibende Wohnungsbestand in jedem Fall modernisiert und aufgewertet werden. Darin sind sich Stadt und Ortschaftsrat einig denn:"Die Wohnungen der Hadmersleber Wohnungsgenossenschaft sind im Gegensatz zu den kommunalen Wohnungen modernisiert, haben beispielsweise Balkone. Dort gibt es keinen Leerstand und die Bürger ziehen aus den kommunalen in die AWG-Wohnungen. Wir müssen hier investieren", betonen Klenke und Göllner. Dazu aber sei die Stadt Oschersleben auf Grund der schlechten finanziellen Situation nicht in der Lage. "Wir können es nicht. Dazu fehlen uns die Mittel", macht Dieter Klenke deutlich. "Ich muss an dieser Stelle daran erinnern, dass die Stadt Oschersleben rund 1,4 Millionen Euro im kommenden Haushaltsjahr weniger zur Verfügung hat."

Aus diesem Grund gäbe es nur eine einzige Alternative und diese würde heißen: In Absprache mit dem Ortschaftsrat von Hadmersleben müsste der vorhandene Wohnungsbestand in die städtische Wohnungsbaugesellschaft Bewos übertragen werden. "Diese ist aufgrund ihrer großen Leistungskraft besser in der Lage, diese Aufgabenstellung zu stemmen. Ich habe die große Hoffnung, dass der Ortschaftsrat diese Auffassung mitträgt. Anders könnten wir das Problem nicht beseitigen", macht Klenke deutlich.

Thomas Harborth als Geschäftsführer der Bewos hatte erst kürzlich betont, dass die Wohnungsgesellschaft bislang in Hadmersleben nicht agieren konnte, weil sie nur der Verwalter, jedoch nicht Eigentümer ist. Deshalb müsse der Stadtrat Oschersleben und auch der Ortschaftsrat von Hadmersleben eine Entscheidung treffen. Erst wenn die Bewos Eigentümer ist, könne diese handeln und wolle dies auch. Möglicherweise über Fördermittelprogramme würde die Wohnungsgesellschaft das Leerstandsproblem in Hadmersleben anpacken. "Bei einem Mietpreisniveau von durchschnittlich vier Euro gehen Abriss oder Sanierung nicht ohne Förderung", unterstreicht Harborth.

In Hadmersleben gibt es aktuell 104 kommunale Wohnungen, (zuzüglich leer gezogener Block in der Hagenstraße). Davon stehen derzeit 21 Wohnungen leer.

Wie Ulrich Göllner der Volksstimme bestätigte, befürwortet der Hadmersleber Ortschaftsrat die Übernahme der kommunalen Wohnungen in den Bestand der Bewos.

   

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