Der Schulsport an der Grundschule Hötensleben könnte künftig mehr Unterrichtszeit gewinnen. Es gibt konkrete Pläne, hinter der Turnhalle ein kleines Sportplatzgelände herzurichten, auf dass der lange Fußmarsch der Klassen zur Bahnhofstraße entfällt.

Hötensleben l Mitte 2014 hatte sich die Grundschule mit dem Ansinnen an die kommunalpolitischen Vertreter und Gremien gewandt. Unter anderem trugen die Schüler im Sachunterricht selbst das Projekt "Sportplatz vor der Nase" vor, als Gemeinderäte, Bürgermeister Dieter Buchwald und Verwaltungsleiter Frank Frenkel der Einladung zu einer Diskussionsrunde gefolgt waren. "Die Sportstunden sind natürlich sehr beliebt", erklärt dazu Schulleiterin Heike Kirchner, "aber etwa 30 Minuten mit Hin- und Rückweg gehen durch die Entfernung zum Sportplatz verloren."

Also erinnerte man daran, dass im Zuge der Grundschulverlegung von der Schulstraße in die Barneberger Straße schon einmal Pläne für ein Sportgelände an der Schule vorhanden waren und bat darum, dieses Vorhaben wieder aufzugreifen. Seinerzeit, im Jahr 2008, ging es um eine Sportstätte auf dem Schulgrundstück, was letztlich aber nicht mehr in den Kreditrahmen passte, den sich die damals noch eigenständige Gemeinde Hötensleben für die Herrichtung des Hauses gesetzt hatte. Die aktuellen Pläne haben sich demgegenüber etwas geändert, es soll ein freies Nachbargrundstück hinzugekauft werden.

Nachdem der Sozialausschuss Obere Aller eine Empfehlung für die Realisierung abgegeben hat und auch die Wortmeldungen im Verbandsgemeinderat dazu wohlwollend ausfielen, stehen die Signale zunächst auf grün. Was es noch braucht, ist die definitive Positionierung des Rats hinsichtlich der Finanzierung, die sich mit dem Haushaltsbeschluss in den nächsten Wochen ergeben dürfte.

Beabsichtigt ist der Ankauf des Flurstücks hinter der Turnhalle hin zum Lerchenweg. Dort soll für den Schulsport eine Grünfläche mit angeschlossener Laufbahn, Weitsprunggrube und Weitwurfanlage entstehen. Das Grundstück beliefe sich inklusive Nebenkosten auf etwas mehr als 6000 Euro, wovon die Gemeinde Hötensleben 5000 Euro als Zuschuss selbst tragen würde. Die weitere - auch finanzielle - Verantwortung läge dann bei der Verbandsgemeinde als Trägerin der Schule. Kostenpunkt für die Herrichtung nach erster Veranschlagung: 35000 Euro. Offen ist, ob man die bewilligte Investition noch in diesem oder erst im nächsten Jahr tätigen würde.

"Allerdings fehlt noch eine klare Beschlussbasis, die nämlich hat der Rat noch nicht geschaffen", sagt Frank Frenkel zum Thema, "je nachdem, wie diese ausfällt, könnten wir sofort loslegen oder das Projekt noch etwas aufschieben." Möglich sei auch, dass es doch noch gänzlich fallengelassen wird, gibt Frenkel außerdem zu bedenken. Im neuen Haushaltsplan aber ist der Posten auf jeden Fall erst mal enthalten und somit dem Verbandsrat zur Entscheidung überlassen.

Eine Alternative zur sofortigen Umsetzung auf eigene Kosten bietet sich möglicherweise mit dem neu aufgelegten Förderprogramm STARK III des Landes an. "Darin wollen wir auch wieder einen Förderantrag für die Sanierung der Hötensleber Turnhalle stellen, und eventuell könnte man den Außenbereich da mit reinnehmen", erklärt Frenkel, räumt aber zugleich ein, dass über diesen Punkt noch Ungewissheit herrscht und die Turnhalle in der Prioritätenliste der Oberen Aller "auch nur an dritter Stelle steht, hinter den Sanierungsmaßnahmen in den Kindertagesstätten Wefensleben und Hötensleben." Ferner sei die Turnhalle mit geschätzten Kosten in Höhe von mindestens 800000 Euro ein dicker Brocken, bei dem der Eigenanteil schwer wiegt und womöglich erst spät in der bis 2020 laufenden Förderperiode aufgebracht werden könne.