Schlaganfallpatienten in der Region um Haldensleben kann ab sofort schneller geholfen werden. Das Ameos Klinikum in der Kreisstadt hat am Mittwoch eine Stroke Unit eröffnet. Auf dieser Spezialstation können bis zu fünf Patienten behandelt werden.

Haldensleben l Dr. Zeljko Zivcec, Chefarzt der Klinik für Neurologie, ist sich sicher: Um bis zu 50 Prozent höher ist die Chance, dass Schlaganfallpatienten aus dem Raum Haldensleben ohne Folgeschäden bleiben - wenn sie rechtzeitig in der neuen Stroke Unit des Ameos Klinikums in der Kreisstadt behandelt werden. Diese 600000Euro teure Spezialstation wurde am Mittwoch eingeweiht. Mit auf der Intensivstation untergebracht, bietet sie Platz für bis zu fünf Patienten.

Gerade bei einem Schlaganfall spielt Zeit eine immense Rolle. Kann er innerhalb der ersten viereinhalb Stunden richtig behandelt werden, stehen die Chancen für den Patienten gut, ohne Folgeschäden zu bleiben. "Bei einem Schlaganfall ist Zeit Hirn. Was in diesen viereinhalb Stunden im Gehirn beschädigt wird, ist unwiederbringlich weg", unterstreicht Dr. Wieland K. Schulze, Chefarzt der Inneren Medizin und ärztlicher Direktor des Ameos Klinikums Haldensleben, die Bedeutung einer zeitnahen Behandlung.

Die war bislang in Haldensleben nicht in vollem Unfang möglich. Schlaganfallpatienten mussten oft nach Magdeburg in die dortige Stroke Unit Spezialstation gebracht werden. Diese 25 Minuten Fahrzeit fallen nun weg. "Die Stroke Unit war eines der ersten und wichtigsten Projekte, die wir in Zürich für das Haldensleber Klinikum geplant hatten", weiß auch Ameos-Vorstandsmitglied Dr. Marina Martini um die Bedeutung dieser Spezialstation. Sie ist überzeugt: "Damit absolvieren wir einen Quantensprung in der Qualität der Patientenbetreuung." Immerhin rechnet sie mit gut 400Patienten, die jährlich in der Stroke Unit behandelt werden.

Ungewöhnlich sei gewesen, dass die Station bei laufendem Betrieb auf der Intensivstation eingerichtet wurde, meint sie. "Das hat für viel Staub und Lärm, Unruhe und Chaos gesorgt", blickt Krankenhausdirektor Andres Schultz auf die Bauphase zurück. Er lobt in diesem Zusammenhang das Engagement der Mitarbeiter, die trotz der widrigen Umstände ihre Arbeit vorbildlich verrichtet hätten.

Die Stroke Unit sei ein Element in der Weiterentwicklung des Krankenhauses, betont Schultz. "Es ist eine umfangreiche Investition, aber nur eine von vielen, die noch kommen werden", versichert er. Die Umbaumaßnahme sei völlig nach Plan verlaufen, sagt Marina Martini, sowohl von der Zeit als auch vom Budget her. "Diese Investition sichert den Klinik-Standort Haldensleben und damit auch Arbeitsplätze", sieht sie das Krankenhaus für die Zukunft gut aufgestellt.

"Diese Eröffnung heute ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Ameos in Haldensleben angekommen ist und sich hier etabliert hat", freut sich Börde-Landrat Hans Walker über die Entwicklung der Einrichtung.

Bei der Arbeit auf der Spezialstation setzt Dr. Zivcec auf Teamwork. "Nicht nur Neurologen sind im Einsatz, auch die Zusammenarbeit beispielsweise mit Radiologen ist sehr wichtig", betont er. Der Chefarzt weiß nur zu gut um die Gefährlichkeit des Schlaganfalls. "Weltweit erleiden jedes Jahr etwa 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Davon sterben etwa 5 Millionen als direkte Folge des Schlaganfalls, weitere 5 Millionen bleiben dauerhaft behindert", beruft er sich auf eine Statistik. "Schon deshalb ist die richtige und schnelle Behandlung des Patienten ein wichtiges Thema.