In Vorbereitung auf die nächste Badesaison haben die Kommunalpolitiker derzeit über neue Öffnungszeiten zu diskutieren. Viel Spielraum haben sie nicht. Maximal sechs Stunden stehen pro Badetag zur Debatte. Mit Blick auf das Haushaltsdefizit von 5,8 Millionen Euro suchen die Räte auch nach Lösungen, um die hohen Betriebskosten zu reduzieren.

Wanzleben/KleinWanzleben l Neue Öffnungszeiten, neues Personal - für die nächste Badesaison stehen sowohl für das Spaßbad in Wanzleben als auch für das Freibad in Klein Wanzleben jede Menge Neuerungen an.

Über Kosten und Konzepte haben derzeit die Kommunalpolitiker zu diskutieren. Der von der Verwaltung vorgelegte Vorschlag sieht für die weitere Betreibung beider Badeanstalten jeweils nur noch ein Einschichtsystem vor. "Das bedeutet, dass die täglichen Öffnungszeiten auf sechs Stunden zu begrenzen sind, um nicht mit den Arbeitsvorschriften, die für den öffentlichen Dienst gelten, in Konflikt zu kommen", erklärt Bauamtsleiter Olaf Küpper. Denn neu ist auch, dass mit der nächsten Badesaison die Stadt als Betreiber des Spaßbades auftritt. Bis 2014 lag der Betrieb in der Regie der Stadtwerke. Das Vertragsende war jedoch keine Nachwehe der Stadtwerke-Insolvenz, sondern die regulär vereinbarte Frist.

Mit dem Betreiberwechsel sucht die Verwaltung derzeit auch nach neuen Fachkräften. "Zwei für das Spaßbad und eine weitere für das Klein Wanzleber Bad", erklärt Küpper. Noch läuft die Bewerbungsphase. Neun Interessenten hätten sich bereits beworben und ihre Unterlagen im Rathaus abgegeben, teilt der Amtsleiter mit. Trotz Saisonkräfte würde die Anzahl des Personals dennoch nicht ausreichen, um ein Zwei-Schicht-System einführen zu können, betont Küpper. "Pro 500 Quadratmeter Wasserfläche ist eine Rettungskraft einzustellen, die laut Gesetz nach sechs Stunden Arbeitszeit eine Pause einlegen muss, und zwar fernab des Beckens", erläutert der Amtsleiter die strengen Richtlinien.

Die Besetzung des Zuckerdorf-Bades, das in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert, soll mit zwei Rettungskräften und einer technischen Kraft erfolgen. In Wanzleben mit einem Quartett: zwei Festangestellte und zwei Saisonkräfte.

Für beide Bäder stehen auch neue Öffnungszeiten zur Debatte - jeweils von 14 bis 20 Uhr. "Die Themen Schwimmunterricht, Seniorenschwimmen und Sportunterricht werden an beiden Stätten außerhalb der Öffnungszeit angeboten." Beide Bäderkonzepte hätten laut Küpper bereits im Bauausschuss sowie auch im Klein Wanzleber und Wanzleber Ortschaftsrat im Großen und Ganzen Zustimmung gefunden.

Jedoch stehen mit der Kürzung der Öffnungszeiten, auch die hohen alljährlich anfallenden Betriebskosten auf dem Prüfstand. Warb das Spaßbad bislang mit einem beheizten Edelstahlbecken und einer Wassertemperatur von angenehmen 25 Grad, könnte diesem Fernwärme-Luxus bald der Hahn abgedreht werden. Schließlich kostete die Stadt allein das Anheizen jeweils 6500 Euro. In drei Bademonaten kommen so Heizkosten in Höhe von 19500 Euro zusammen. "Ob das Badewasser in der Wanzleber Wanne künftig nur noch einmal zu Beginn der Saison aufgeheizt werden soll oder ob man gänzlich darauf verzichten sollte, dazu gehen derzeit die Meinungen auseinander", weiß Olaf Küpper zu berichten. Die Diskussion kommt nicht von ungefähr. Schließlich klafft im Haushalt ein 5,8-Millionen-Euro-Loch. "Auch wenn die Haushaltslage schlimm ist, sollen beide Bäder betrieben werden", erklärt Bürgermeisterin Petra Hort.

Laut der Freibad-Statistik des Bauamtes hat das Zuckerdorf-Bad in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich 6000 Besucher angelockt. "Pro Badegast macht das ein Defizit von rund neun Euro aus", rechnet Bauamtsleiter Olaf Küpper vor. Zum Vergleich: "Die pro-Besucher-Bezuschussung für das Wanzleber Spaßbad lag 2013 bei 31674 Gästen immer noch bei 4,26 Euro." Damit ergab sich ein Zuschussbedarf, den die Stadt 2013 für das beheizte Bad als Finanzspritze an die Stadtwerke "abdrücken" musste, von 135000 Euro. Das Defizit pro Badegast in Wanzleben liegt durchschnittlich bei acht Euro. Auch das geht aus dem Bäderkonzept hervor. Die Erhöhung der Eintrittspreise steht aktuell allerdings noch nicht zur Debatte.

 

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