Vor allem engagierte Senioren und Vorruheständler waren es vor 20 Jahren, die mit dem Aufbau der Hadmersleber Heimatstube begannen. Die interessante Geschichte der Stadt wie auch ihrer Betriebe wollten sie bewahren, was auch gelungen ist.

Hadmersleben l Getreidezüchtung, Brauerei, Malzfabrik - traditionsreiche Betriebe waren im mehr als 1050 Jahre alten Hadmersleben zu Hause. Geblieben ist in Teilen die Getreidezüchtung, alles andere ging schon bald nach der Wende den berühmten "Bach runter". Da kam 1995 die Initiative einiger engagierter Hadmersleber Bürger, Vorruheständler und vor allem Senioren gerade noch rechtzeitig.

Die 15 Männer und Frauen sammelten in den Betrieben und auch in Privathaushalten Fotos, altes Werkzeug, Haushaltsgegenstände, Utensilien aus Laboren und vieles mehr und legten damit den Grundstock für die Hadmersleber Heimatstube. Diese wurde am 14. Juni 1997 offiziell eröffnet, nachdem das zusammengetragene Material gesichtet, geordnet und auch aufgearbeitet worden war. Das erste Domizil befand sich übrigens im einstigen Haus des Rates der Stadt, erste Leiterin war Hannelore Paper. Es folgten Rita Schenkendorf, Elke Golsch und Heidi Kaufhold. Seit 2002 wird die Einrichtung von Eva Oschim geleitet.

Als die Stadt Hadmersleben die Sanierung des historischen Rathauses in Angriff nahm, geschah dies auch unter der Prämisse, dass die Heimatstube in das Gebäude umzieht. Was im April 2001 geschah. Seit dieser Zeit befinden sich die insgesamt 3500 Einzelteile, die im Verlauf der Jahre zusammengetragen wurden, wohl sortiert im neuen Domizil. In der alten Küche bekommen die Besucher einen Einblick, wie unsere Vorfahren kochten, Lebensmittel haltbar machten, welche Gerätschaften die Arbeit in der Küche erleichterten. Ein Klassenzimmer wurde nachempfunden, beliebt bei großen und kleinen Leuten ist vor allem der alte Kaufladen mit seinen vielen, vielen kleinen Schubladen.

In weiteren Ausstellungsräumen lassen sich die "gute Stube", eine Schlafstätte bewundern oder lässt sich die Geschichte einstiger Hadmersleber Unternehmen nachvollziehen.

Im Verlauf der vergangenen 20 Jahre wurde die Heimatstube immer wieder für Sonderausstellungen genutzt - es waren insgesamt 26, die 27. ist derzeit in Vorbereitung. Interessant und sehenswert waren die Ausstellungen zur Geschichte der KZ-Außenstellen in Hadmersleben und Langenstein-Zwieberge, die in Zusammenarbeit mit der Internatsschule des Ortes entstand, die Schau zur 1050-Jahrfeier der Stadt, zu Konfirmations- und Taufkleidung oder Hochzeitskleider.

Am 6. Juni wird Jubiläum gefeiert

Die Sonderausstellungen locken immer wieder neue Besucher an. Wobei sich die heutige Leiterin Eva Oschim wünschen würde, dass die Heimatstube wieder mehr Aufmerksamkeit erfährt, wieder mehr Besucher kommen. Einmal im Monat finden sich die Freunde der plattdeutschen Sprache in der Einrichtung zusammen, kommen immer dienstags die Frauen der Handarbeitsgruppe und donnerstags die Kartenspieler.

Zweimal im Jahr werden "große" Feiern organisiert, zum Frauentag und zu Weihnachten. Dann packen vor allem die Frauen der Handarbeitsgruppe mit zu, backen fleißig Kuchen.

Wenn in diesem Jahr der 20. Geburtstag der Heimatstube gefeiert wird, dann soll auch an jene erinnert werden, die die Einrichtung mit aufbauten und prägten. Da wäre in jedem Fall der verstorbene Kurt Jordan zu nennen, der sich intensiv mit der Hadmersleber Geschichte befasste, so manche Führung durch die Heimatstube übernahm und selbst viele Dinge zur Sammlung beitrug.

Von Anfang an aktiv dabei ist ebenso Margret Oertel. Sie hat viele Ausstellung mitgestaltet, hilft bei Veranstaltungen und führt die von Kurt Specht begonnene Zeitungschronik fort.

Wie Eva Oschim berichtet, laufen derzeit die Vorbereitungen zum 20. Geburtstag der Heimatstube. Fest steht der Termin, gefeiert wird am 6. Juni in und vor dem historischen Rathaus. Zwischen 11 und 18 Uhr solle es ein buntes Markttreiben sowie ein Programm geben.

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