Nach rund 43 Jahren ist die Seehäuser St.-Laurentius-Kirche wieder rundum vor Wind und Wetter geschützt. Die Ruine von einst mausert sich. In dieser Woche konnten die beiden bislang noch fehlenden Fensterbilder an der Süd-Seite sowie das Glasschmuckelement am einstigen Emporenaufgang eingesetzt werden. Als nächstes sollen die Wände eine Schönheitskorrektur erhalten.

Seehausen l An der Seehäuser St.-Laurentius-Kirche haben die Spezialisten der Quedlinburger Glaswerkstätten ganze Arbeit geleistet. Mit dem Einbau der beiden bis dato noch fehlenden Fenster ist das Glas-Kunstwerk seit dieser Woche nun komplett. "Und damit ist auch eine ganz andere Akustik eingezogen", zeigte sich gestern Pfarrer Thomas Seiler mehr als zufrieden.

Die ersten beiden, der von Glasgestalter Günter Grohs designten Kunstwerke hatten an der Nordseite bereits kurz vor Weihnachten eingesetzt werden können. Damit ist das Wahrzeichen der Bördegemeinde, das mehr als 40 Jahre ohne Dach und Fenster der Witterung ausgesetzt war, endlich wieder vor dem Wechsel der Jahreszeiten geschützt.

Die Investition für das Fensterbauvorhaben inklusive der seit Ende 2014 eingesetzten Brandschutztür, die in Richtung Kirchgarten führt, beläuft sich auf rund 94000 Euro, weiß Dr. Helmut Schröder vom Förderverein zu berichten. Als nächstes sollen die Wände eine Verjüngungskur erhalten.

"Für die Gestaltung der Mauern inklusive der Lampen- und Elektroinstallation sind uns bereits Fördermittel für dieses Jahr signalisiert worden", teilt Dr. Schröder mit. Die erste Kostenschätzung zur Realisierung dieses Vorhabens geht von einer Investition in Höhe von 75000 Euro aus.

Die 20 Vereinsmitglieder um Vorsitzende Karin Warnecke, die sich seit beinahe 15 Jahren für den Erhalt und die Restaurierung der Seehäuser Kirchen einsetzen, hatten sich bereits Anfang Dezember dafür ausgesprochen, auch für dieses Projekt ihren finanziellen Beitrag leisten zu wollen, merkt Dr. Schröder an. Mit dem Abschluss der Fensterbauarbeiten sowie dem Ende 2012 vollzogenen "Dachflug" und dem sich anschließenden Einbau des Fensterbandes kann ein weiteres Mammutprojekt gefeiert werden. Der ehemaligen "Cabrio"-Kirche hatte seit Anfang der 1970er Jahren das "Verdeck" gefehlt. Nun ist das Wahrzeichen der Stadt wieder wetterfest, was vorallem Besucher und Gäste freuen dürfte.

Und so kündigt Pfarrer Thomas Seiler neben den Feierlichkeiten zum Osterfest Anfang April auch schon die nächste Konfirmation an. "Am Pfingstsonntag, 24. Mai, werden hier um 14 Uhr zehn Jugendliche konfirmiert."

Hohen Besuch erwartet die Gemeinde indes auch im Rahmen des evangelischen Kirchenbautages, der in diesem Jahr in Magdeburg ausgerichtet wird. "Dabei steht unter anderem auch die Besichtigung unserer Kirche auf dem Programm", kündigt Dr. Helmut Schröder voller Vorfreude an.

   

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