Die Gemeinde Ausleben plant auf ihren Friedhöfen neue Grabanlagen für anonyme Bestattungen. Im Unterschied zur bisherigen "Grünen Wiese", sollen nun bei der zusätzlichen Variante Namenstafeln an die Toten erinnern. Der Bauausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, damit in Ottleben zu beginnen.

Ausleben l Es wird auf den drei gemeindeeigenen Ausleber Friedhöfen auch in Zukunft möglich sein, seine verstorbenen Angehörigen völlig anonym bestatten zu lassen. Dafür gibt es auf den Friedhöfen in Ottleben, Warsleben und Üplingen neben den Flächen für Sarg- und Urnengräber jetzt und auch in Zukunft anonyme Grabfelder, die nicht zu erkennen geben, wessen Urne sich wo befindet. Hier ist auch keinem Unbeteiligten bekannt, wer auf diesem Friedhofs-Feld überhaupt begraben liegt.

Eine "halb-anonyme" Bestattungsvariante

Allerdings gibt es inzwischen mehr und mehr den Wunsch nach einer weiteren, einer "halb-anonymen" Bestattungsvariante. Die so aussieht, dass der konkrete Bestattungsplatz zwar unbekannt bleibt, aber Namenstafeln mitteilen sollen, wer denn alles auf dem entsprechenden Gräberfeld bestattet ist. Offiziell wird das ganze "Urnengemeinschaftsanlage mit Namenstafeln" genannt.

"Dafür gab es Anfragen aus der Bevölkerung, die wir aufgegriffen haben", sagt Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt. Aus diesen Anfragen ist nun eine konkrete Beschlussvorlage geworden, die in der jüngsten Beratung des Ausleber Bauausschusses von den Ausschussmitgliedern befürwortet und dem Gemeinderat eine entsprechende Beschlussfassung empfohlen worden ist.

Nach dieser Beschlussvorlage soll mit diesem Angebot auf dem Ottleber Friedhof begonnen werden. Und zwar ist nach den vorliegenden Unterlagen geplant, hinter dem bisherigen anonymen Grabfeld ein weiteres, zehn mal zehn Meter großes Grabfeld herzurichten. Dieses Feld soll zum einen mit einer Granitfläche zur Ablage von Kränzen und Blumen ausgestattet werden, die über einen geschotterten Weg zu erreichen ist. Und zum anderen soll neben diesem Grabfeld für insgesamt zehn Namenstafeln eine etwa zwei Meter Hohe und drei Meter lange Mauer mit einer Ziegelabdeckung gebaut werden. Diese verschraubbaren Namenstafeln aus Stein werden 40 mal 50 Zentimeter groß sein und jeweils Platz für die Namen sowie Geburts- und Sterbedaten von sieben Bestatteten bieten.

So dass diese Tafeln insgesamt 70 Namen Platz bieten, also 70 Bestattungen möglich sind. "Bei dem jährlichen Bedarf von fünf bis sechs anonymen Bestattungen und der Tatasche, dass es ja auch noch das herkömmliche anonyme Gräberfeld gibt, kann man davon ausgehen, dass die neue Anlage für mindestens 15 Jahre angelegt ist", sagt der Bürgermeister, der von etwa 10000 Euro spricht, die die neue Anlage auf dem Ottleber Friedhof kosten wird.

Geld ist im Haushalt 2015 bisher nicht eingestellt

Da dieses Geld im Haushaltsplan für 2015 bisher nicht vorgesehen ist, könnte das Projekt entweder mit Ratsbeschluss über eine so genannte überplanmäßige Ausgabe finanziert oder aber erst im nächsten Jahr realisiert werden.

Wobei der Ausleber Gemeinderat ohnehin erst in seiner nächsten Sitzung am 23. März entscheiden wird, ob das Projekt "Urnengemeinschaftsanlage mit Namenstafeln" überhaupt realisiert wird. Und wenn ja, wann es nach Ottleben auch auf den Friedhöfen in Warsleben und Üplingen diese neue Bestattungsmöglichkeit gibt.

Die aufgrund des höheren Aufwands teurer sein wird, als die bisherigen anonymen Bestattungen. "Die entsprechende Friedhofsgebühr wird durch Kalkulation ermittelt, wenn feststeht, wie genau diese neuen Grabflächen gestaltetet werden", sagt der Bürgermeister, der darauf hinweist, dass dieses Vorhaben nur die Friedhöfe in Ottleben, Warsleben und Üplingen betrifft: "Auf die Gestaltung des Ausleber Friedhofs haben wieder keinen Einfluss, weil dieser Friedhof der Kirche gehört."