An dieser Stelle werden dieser Tage die Kandidaten für die Oschersleber Bürgermeisterwahl am 22. März vorgestellt. Die Reihenfolge der Porträts wurde nach dem Alphabet festgelegt. Nach Andrea Hasselmann (parteilos), Benjamin Kanngießer (parteilos für die SPD) und Andreas Kersten (CDU) folgt heute Toralf Müller (parteilos). Der ebenfalls parteilose Martin Laczkowski hat unser Porträtangebot abgelehnt.

Von Sebastian Pötzsch

Oschersleben l Toralf Müller wurde am 23. August 1968 in Oschersleben geboren. Groß geworden ist er in der Albert-Einstein-Straße. Müller besuchte die Oberschule V in unmittelbarer Nachbarschaft. Anschließend absolvierte er eine Lehre zum Agro-Techniker und arbeitete danach als Berufskraftfahrer für ein großes Baukombinat. Seit der politischen Wende im Jahr 1989 fand er seine Arbeitgeber in Wolfsburg und Braunschweig. Seitdem pendelt er täglich nach Niedersachsen. "Meist stehe ich nachts auf und fahre gegen 3 Uhr morgens los. Erst abends bin ich wieder zu Hause", beschreibt Müller seinen Tagesablauf als Fahrer von Schwerlasttransportern.

Seit 1997 ist der Bürgermeisterkandidat mit seiner Frau Uta verheiratet. Beide haben eine 17-jährige Tochter. "Wenn ich abends nach Hause komme, steht das Oschersleber Blasorchester auf dem Plan", erklärt Müller. Seit 2002 ist er Vereinsmitglied und seit dem Jahr 2005 sogar Vereinsvorsitzender. "Das ist wie ein Unternehmen, es gibt immer viel zu tun", sagt der Hobby-Musiker, der selbst die Tuba spielt. Immerhin 50 Musiker vereint das Blasorchester derzeit. Das sei wie ein Zweit-Job. So führe er Verhandlungen und schließe Verträge für Veranstaltungen ab, mache die Buchführung und sorge für die Reparatur von Instrumenten. "Glücklicherweise muss ich das alles nicht alleine machen. Mein Dank geht an jene, die mit an einem Strang ziehen. So sollte das eigentlich auch im Stadtrat sein", findet Müller.

Sein politisches Vorbild ist Günther Weber, einstiger Bürgermeister von Oschersleben. Nicht nur, weil er das Blasorchester begründete. "Der war noch volksnah", betont Müller seine Haltung. Aufgrund der Auftritte seines Orchesters zum Beispiel auf den Bode- und Schützenfesten sowie den Adventskonzerten bestehe der Draht zur Stadt.

Und wenn neben Arbeit und Orchester dann doch mal Zeit ist, findet ihn seine Familie ganz sicher bei seinen Schätzen in Chrom. Neun Motorräder und Mopeds, meist aus DDR-Produktion, nennt er sein Eigen. Dazu gehören aber auch zwei sportliche Boliden der Marke MZ, die nach der Wende produziert wurden. "Aber mein Lieblingsstück ist dieser SR 2 aus dem Jahre 1958", zeigt Müller auf das glänzende Moped mit Pedalen. "Da werden Erinnerungen wach. Wenn ich es mir so anschaue, fühle ich mich in alte Zeiten zurückversetzt", erklärt der Zweirad-Fan und holt ganz stolz noch seinen Simson Star, Baujahr 1971, dazu. "Ich sorge dafür, dass meine Maschinchen immer laufen und erhalte so deren Wert", erklärt der Kandidat.

Und weil er sich mit Motoren so gut auskennt, ist er eigentlich auch Mitglied beim Motorsportclub Oschersleben. "Doch meine Mitgliedschaft ruht. Das Orchester nimmt viel meiner Freizeit ein", erklärt er.