Zum zweiten Mal in diesem Jahr findet am kommenden Wochenende das neue Angebot der Sonntagsführung im Börde-Museum statt. Es ist die erste von drei geplanten, die auf Plattdeutsch abgehalten wird.

Ummendorf l Eine Führung in ostfälischer Mundart hat sich das Börde-Museum als Besonderheit im März ins Veranstaltungsprogramm geschrieben. Um Missverständnissen vorzubeugen, betont Initiatorin Sabine Vogel: "Ostfälisch ist der Fachausdruck für den Großdialekt, den wir hier als Plattdeutsch bezeichnen."

Überliefert sei der äußerst facettenreich gesprochene Dialekt in der Magdeburger Börde, im Harzvorland und in Niedersachsen bis hin zur Lüneburger Heide - eben dem historischen Ostfalen.

Im Mittelpunkt der Führung am Sonntag, 15. März, ab 14 Uhr steht ein regionales Thema: "Alldaach un Fierdaach hunnertfaftich Jaare taurüjje"., also Alltag und Festtag vor 150 Jahren. "Diese Zeit stand unter dem Einfluss der progressiven wirtschaftlichen Entwicklung in der Magdeburger Börde, die zwischen 1850 und 1870 ihren Zenit erreichte", erklärt dazu Museumsleiterin Nadine Panteleon. "Der Zuckerrübenanbau, die Errichtung zahlreicher Zuckerfabriken, der Ausbau der Infrastruktur und die beginnende Technisierung der Landwirtschaft mit der Dampfpflügerei brachten Veränderungen im täglichen Leben mit sich. Wie sich dies an Dingen des Alltags und Festtags zeigt, wird innerhalb der Führung durch Vergleiche des Vor- und Nachher deutlich."

Diesen Part übernimmt Sabine Vogel, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Museumspädagogin und Plattsprecherin. Die 51-Jährige ist mit dem in Bailä (Badeleben) gepflegten Ostfälischen aufgewachsen, leitet auch eine Plattdeutsch-AG an der Grundschule Ummendorf. "Im Laufe der Jahre habe ich schon zwei-, dreimal so eine Plattführung absolviert. Nun haben wir uns gesagt, dass es doch ein feines Alleinstellungsmerkmal fürs Museumsangebot ist, eine Option, inhaltlich noch mal was anderes reinzubringen", erklärt Vogel ihre Motivation. Die Führung am Sonntag - die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten - sei auch "etwas zum Erleben und Anfassen". Mit historischen Textzitaten und der Vorführung einiger Gebrauchsstücke werde "ein lebendiger und abwechslungsreicher" Rundgang gestaltet.

Und für die Freunde der Mundart stimmt Sabine Vogel folgendermaßen auf die besondere Führung ein: "Twischen achtainhunnertfaftich un achtainhunnertsemmtich jaaf et in de Madeborjer Böre de gröttsten Forränderungen in de Landwirtschaft aller Tieten. Öwer Zuckerräuben, Dampplauch un dat Daun fon de Minschen, öwer ör Alldaachstüüch un öre Fierdaachsdracht forrtellt de Museums-Stunne opp Plattdütsch: Sonndaach, 15.3., Klocke tweie, in de Borch in Ummendorp.