Hötensleben l Die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft insbesondere werktagsüber ist von der Feuerwehr Hötensleben im Rahmen ihrer Hauptversammlung am Wochenende als wachsende Herausforderung angemahnt worden. "Die Einsatzbereitschaft ist zwar an 365 Tagen gegeben, aber dennoch ist ein Rückgang der für den Alarmfall zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen", wies Michael Marschner, stellvertretender Wehrleiter, auf das Problem hin.

Dies sei zum einen der Tatsache geschuldet, dass viele Kameraden in Schichten außerorts arbeiten. Man habe zum anderen aber auch feststellen müssen, dass die drohende Schieflage bei Bürgern und Betrieben nicht ernst genug genommen werde, ergänzt Hötenslebens Feuerwehrsprecher Marcel Nienstedt: "Die Bereitschaft der Leute zum Engagement in der Feuerwehr ist leider recht gering, und Gewerbetreibende verkennen die dringende Notwendigkeit zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehren, die zum Beispiel auf Freistellungen im Alarmfall angewiesen sind." Man wünsche sich daher mehr Sensibilität und Verständnis für die Nöte und Pflichten der ehrenamtlich tätigen Helfer.

Im Beisein mehrerer Funktionsträger und befreundeter Kameraden stellte indes Wehrleiter Lars Ulrich den Jahresbericht vor. Die Arbeit in der Feuerwehr sei weiterhin wesentlich vom Ausbildungsdienst geprägt, den man in Hötensleben wöchentlich verfolgt. Das Einsatzgeschehen stellte sich ruhiger als 2013 dar, konkret fuhr man 18 Einsätze (fünf weniger) und absolvierte drei größere Einsatzübungen. Das alles mit einem Personalbestand von 27 aktiven Mitgliedern. Hinzu kommen acht Kameraden in der Alters- und Ehrenabteilung sowie neun Kinder und Jugendliche.

Für die Nachwuchsabteilung hielt der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Swen Mortka Bericht. Er hob die Vielzahl an Aktivitäten hervor, die man, auch über die normalen Dienstnachmittage hinaus, mit dem Jungen und Mädchen auf die Beine stellen konnte. Der Wermutstropfen dabei sei, dass "einem Zugang leider zwei Austritte gegenüberstehen" und somit ein leichter Rückgang beim nachwuchs zu Buche steht. "Dies zeigt, dass es auch schwierig ist Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr zu gewinnen und zu halten", so Mortka.

Über die Veranstaltungen mit Feuerwehrbeteiligung legte schließlich Manfred Hustedt als Vorsitzender des Feuerwehrfördervereins Rechenschaft ab. Dessen Hauptversammlung war entsprechend in den Abend im Gerätehaus eingegliedert. "Die Aktivitäten waren vielseitig und reichten von der traditionellen Braunkohlwanderung über die Maibaumaufstellung und das Abbrennen des Maifeuers bis hin zur Teilnahme und Unterstützung des internationalen Workcamps", fasste Hustedt zusammen und kündigte an, dass man diese kulturellen und geselligen Höhepunkte auch 2015 ausrichten und begleiten werden.

Parallel dazu würden bereits die Planungen für das Jubiläumsjahr vorangetrieben. 2016 feiert nicht nur die Gemeinde ihr tausendjähriges, sondern auch die Hötensleber Feuerwehr ihr 120-jähriges Bestehen. "Das werden wir in die Festwoche der Gemeinde einbinden", so Hustedt. Der Blick jetzt sei aber auf den 2. April gerichtet. Da steht als nächster Höhepunkt das Osterfeuer auf dem Schützenplatz an, zu dem Feuerwehr und Förderverein ab 18 Uhr willkommen heißen.