Die Hadmersleber Feuerwehr hat noch 14 aktive Kameraden. Das sind noch immer zu wenige. Dennoch wurde auf der Jahreshauptversammlung als positiv eingeschätzt, dass zumindest der weitere Mitgliederschwund gestoppt werden konnte.

Hadmersleben l Ortswehrleiter Hans-Joachim Hempel, der auf der Jahreshauptversammlung Ortsbürgermeister Hans-Ulrich Göllner, Stadtwehrleiter Sven Könnecke, den stellvertretenden Stadtjugendwart Veit Peter und vom Feuerwehrverband Ulf Nohr sowie die Vertreter des Ortschaftsrates Urban Jülich und Hans Vogler begrüßte, beschönigte in seinem Jahresbericht nichts. Doch die Bemühungen der Wehr, neue Kameraden für die Hadmersleber Feuerwehr zu gewinnen, blieben bislang ohne Erfolg. "Wir haben noch 14 aktive Kameraden", musste er feststellen. Er schlug vor, an Vereine und Institutionen heranzutreten, um für die Feuerwehr zu werben. "Vielleicht sollten wir auch Flyer entwerfen und diese bei öffentlichen Veranstaltungen verteilen", so der Ortswehrleiter. Eine kleine Verstärkung gab es am Abend der Jahreshauptversammlung. Annika Bunge wurde aus der Jugendwehr in die Reihen der aktiven Kameraden aufgenommen, ein Kamerad aus Altbrandsleben möchte nach Hadmersleben wechseln, da er jetzt hier wohnt.

Zwar habe die Wehr keine weiteren Kameraden seit 2013 verloren, jedoch müsse für die Zukunft voraus gedacht werden. "Das Szenario es brennt und keiner kommt, um zu löschen, könnte zur Realität werden, wenn wir jetzt nicht handeln", mahnte Hans-Joachim Hempel. Und so verwies er auf die Dienstzeiten. Alle 14 Tage freitags finden sich die Kameraden zusammen. Beginn ist um 19 Uhr. Und für den Nachwuchs kam der Hinweis, dass sich die Jugendwehr vierzehntägig sonnabends um 13 Uhr im Gerätehaus trifft.

Andererseits beklagte ein Kamerad später in der Diskussion, dass anscheinend in den Köpfen einiger Chefs die Wichtigkeit der Feuerwehren noch immer nicht angekommen sei. Ihm sei gesagt worden, die Arbeit wäre wichtiger. Was aber ist, wenn es dort brennt?

Wie wichtig eine funktionierende, gut ausgebildete und einsatzbereite Wehr ist, haben die Hadmersleber Bürger am 1. August erfahren. Ein Zweifamilienhaus brannte aus, die heimische Wehr war viele Stunden lang gemeinsam mit den Kameraden aus Oschersleben, Alikendorf, Groß Germersleben, Klein Oschersleben und Wanzleben vor Ort, um den Brand zu löschen. Aktuell waren die Kameraden in der Nacht vor der Jahreshauptversammlung zu einem schweren Verkehrsunfall ausgerückt und schnitten einen Verletzten frei.

Zu insgesamt 30 Dienstabenden kamen die Kameraden aus Hadmersleben im vergangen Jahr zusammen. Fünfmal mussten sie ausrücken, hinzu kamen eine Einsatzüberprüfung im Alten- und Pflegeheim des Ortes und eine Übung. Die Kameraden bildeten sich weiter fort und besuchten verschiedene Lehrgänge. Bei Veranstaltungen sind die Feuerwehrleute eine feste Größe, sind beim Osterfeuer, beim Aufstellen des Maibaumes, beim Vereins- und Schützenfest dabei und unterstützen zudem Aktionen der Grundschule. Auch ein Projekt in der Kindertagesstätte begleiteten die Kameraden und stellten die Feuerwehrtechnik vor.

Großes Lob erhielten Christian Bardick und Wilfried Götze, die beinahe das ganze Jahr 2014 über, den erkrankten Jugendwart Hans-Joachim Bunge ersetzten und so die Arbeit mit dem Feuerwehrnachwuchs am Laufen hielten. Nach nunmehr 30 Jahren als Jugendwart gab Hans-Joachim Bunge dieses Amt nun auf. Stadtjugendwart wird er allerdings bleiben. Hans-Joachim Hempel schlug vor, dass vorerst Wilfried Götze das Amt des Jugendwartes übernehmen solle. Die Kameraden stimmten zu. Nicht ohne Hans-Joachim Bunge für das, was er in den vergangenen 30 Jahren für den Feuerwehrnachwuchs geleistet hat, zu danken. Dieser war tief bewegt und überreichte seinem Nachfolger seinen Schlips. "Hier ist das Zeichen der Jugendwehr drauf", meinte er zu Wilfried Götze.

Drei Mädchen und fünf Jungen gehören derzeit der Jugendwehr an. Sie haben während des vergangenen Jahres wieder eine Menge über die Feuerwehr gelernt, haben erneut mit Annika Bunge eine Knotenkönigin gekürt. Den Darts-Wettbewerb gewann dieses Mal mit Simon Lukas Demuth ein Junge. Mit Unterstützung des Hadmersleber Feuerwehr-Fördervereins konnten die Jungen und Mädchen einige Ferientage in Arendsee verbringen.

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