Immer wieder sorgen auf Seehausens Grünanlagen nicht beseitigte Tretminen für Ärger. Ein Unbekannter hat nun gegen diese Schweinerei ein Zeichen gesetzt. Er markierte die Häufchen mit kleinen Fähnchen, um die Hundebesitzer zu sensibilisieren.

Seehausen l Den Seehäusern stinkt diese extreme Häufung von Tretminen schon lange. Doch jetzt reichte es einem Anwohner offenkundig: Im Kampf gegen die Hinterlassenschaften von "Fiffy Co." greift der Unbekannte nun zu einer recht ungewöhnlichen Methode. Entlang der Ring- und Steinstraße hat er immer wieder kleine Fähnchen in die großen Hundehaufen gesteckt.

Die bunten Markierungen fallen auf. "Hoffentlich nicht nur den Spaziergängern. Ich denke, dass die Fähnchen-Aktion für alle ,Häufchen-Sünder` ein Wink mit dem Zaunpfahl, wenn nicht sogar mit dem Holzbalken ist. Den Hundebesitzern soll mit dieser Art beim Gassigehen bestimmt ganz einfach deutlich gemacht werden, wie viele Häufchen im Ort liegen gelassen werden", mutmaßt Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch, der auch nicht weiß, wer hinter der bunten "Häufchen-Markierungsidee" steckt.

Noch keine Hundetoilette in Seehausen

Während in Wanzleben und Klein Wanzleben bereits Hundetoiletten aufgestellt worden sind, wartet die Gemeinde Seehausen bis heute auf ihre erste.

Doch Jockisch selbst sieht in der Anschaffung von Hundetoiletten nicht das Allheilmittel, um Herr des Problems zu werden. "Im Kampf gegen die Hundekotproblematik ist die Bevölkerung aufgerufen, all jene Herrchen und Frauchen direkt darauf hinzuweisen, wenn diese die Tretminen ihres Vierbeiners vergessen haben zu entfernen. Glücklicherweise gibt es aber auch positive Beispiele, die immer eine Tüte dabei haben und diese auch benutzen."

Laut der Gefahrenabwehrverordnung ist jeder Hundehalter dazu verpflichtet, den Kot der Tiere mit einer Tüte aufzunehmen und in einem Abfallbehälter zu entsorgen - dennoch gibt es am Ende immer wieder "schwarze Schafe", die ihrer Pflicht nicht nachkommen. Auch die Kontrollen durch das Ordnungsamt gestalten sich hierbei äußerst erfolglos. Der Grund: "Es ist äußerst schwierig, in solchen Fällen Verwarngelder auszusprechen. Man muss dafür einen Hund ,auf frischer Tat` erwischen und beobachten, wie sich der Hundehalter ohne den Kot seines Hundes zu beseitigen vom Ort entfernt. Und dass ist äußerst schwierig", erklärt Kai Pluntke vom Ordnungsamt.

Für regelmäßige Kontrollaktionen in den Orten fehlen letztendlich auch die Mitarbeiter. "Wir können leider nicht überall sein", erklärt er.

Er selbst hatte im Vorjahr in Wanzleben erst ein Verwarngeld in Höhe von 35 Euro verhängen können. "Erwischen wir einen Übeltäter, handeln wir auch. Doch das ist aus bereits genannten Gründen schwierig. Da kommt es schon häufiger vor, dass wir unangeleinte Vierbeiner antreffen und den Besitzer zur Rechenschaft ziehen können."

Ordnungsamt freut sich über Zeugenhinweise

Pluntke merkt auch an, dass Bürger Fotos von "Hundehäufen-Sündern" dem Amt jederzeit als Zeugen zuspielen könnten. Die Verwaltung teilt dazu auch mit, dass auf der anderen Seite für jeden Anwohner eine Reinigungspflicht nach der Straßenreinigungssatzung gelte. Sollte ein Gehweg seit Wochen voller Hundekot sein, dann müsste auch der Grundstückseigentümer zur Verantwortung gezogen werden, weil er seiner Reinigungspflicht nicht nachgekommen ist. Und auch wenn es aus Sicht des Eigentümers ungerecht klinge, die Ordnungssünde sei in diesem Fall viel einfacher nachweisbar.

Damit es soweit erst gar nicht kommen muss, gibt es immer wieder Anwohner, die mit kreativen Ideen die Hundebesitzer an ihre Pflichten erinnern wollen. In Domersleben beispielsweise hängt schon seit Jahren neben der Kirche hoch oben am Baumstamm ein Holzschild mit der Aufschrift "Hier ist kein Hundeklo! Danke". Weil die Mädchen und Jungen der Grundschule immer wieder in die Tretminen der Vierbeiner auf dem Weg von ihrer Schule zur Turnhalle tappten, hatte die Mutti eines Schülers die Idee, solch ein Schild zu malen und aufzuhängen.

Auch die Besucher des Gottesdienstes hatten sich hier oft über die fiesen Hunde-Hinterlassenschaften geärgert. Das Hinweisschild hat seine Wirkung offenbar nicht verfehlt. Die Hundebesitzer würden hier seither mehr auf die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner achten, erklären die Anwohner.Diese Methode im Kampf gegen die häufigen Häufchen auf den Gehwegen der Gemeinde scheint damit erfolgsversprechender zu sein, als die Mittel der Verwaltung. Wer die Häufchen im öffentlichen Raum der Stadt Wanzleben - Börde achtlos liegen lässt, riskiert ein "Knöllchen" von 35 Euro.

Die Pflicht zum Beseitigen des Tierkotes im öffentlichen Raum besteht in der gesamten Einheitsgemeinde. Dort, wo es keine Hundetoiletten gibt, muss der Kot ebenfalls mit einer mitgebrachten Tüte aufgenommen und in einer normalen Mülltonne entsorgt werden. Auch die Hundeauslaufwiesen müssen von den Haltern sauber gehalten werden.

 

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