Ein eisernes Gerüst umfasst seit voriger Woche Ummendorfs Kirchturm. Die Turmhaube wird einer aufwendigen und mittlerweile dringend notwendigen Restaurierung unterzogen. Bis in den Sommer hinein werden die Arbeiten dazu andauern.

Ummendorf l Ein langgehegter Wunsch der Ummendorfer, besonders der Kirchengemeinde, geht in Erfüllung. Schon im Januar 2013 hatte der Gemeindekirchenrat Fördermittel für die Sanierung der barocken Haube des Kirchturms im Dorf beantragt. Jetzt stehen insgesamt über 156000 Euro zur Verfügung, um das altersschwache Bauwerk teilweise zu erneuern oder auszubessern.

"Eine Sanierung der Mauerkrone und der Fenstergewände stehen an, angegangenes Holz und die desolate Schiefereindeckung werden erneuert", erklärt Erhard Pötzsch, ehrenamtlicher Baubeauftragter des Gemeindekirchenrates. "Dabei muss die Forderung des Denkmalschutzes berücksichtigt werden, der so viel wie möglich alte Hölzer wiederverwendet haben möchte. Das hängt natürlich vom Zustand des Holzes und von der Gewährleistung der Statik ab."

Kirche mit mehr als 100000 Euro beteiligt

An der finanziellen Förderung beteiligen sich das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) mit EU-Geldern für die Leader-Region "Flechtinger Höhenzug" mit über 51500 Euro, der Kirchenkreis mit 80000 Euro und die Ummendorfer Kirchengemeinde selbst mit rund 25000 Euro. "Gerne würden wir auch die Zifferblätter der Turmuhr restaurieren lassen, aber es ist noch nicht sicher, ob die finanziellen Mittel dafür ausreichen werden", so Erhard Pötzsch.

Zimmerleute, Maurer, Gerüstbauer und Dachdecker werden voraussichtlich bis August alle Hände voll zu tun haben, um die Haube des im 13. Jahrhundert errichteten Gotteshauses wieder herzurichten. Dazu wird am Donnerstag dieser Woche ein großer Autokran die freigelegte Haube vom 28 Meter hohen Turm heben. Der Turm war im Jahr 1713 mit einer "Welschen Haube mit Laterne" versehen und 1961 provisorisch gesichert worden. Das heutige Kirchenschiff war durch die Baumaßnahmen des Burgherrn Andreas I. von Meyendorff im 16. Jahrhundert geprägt worden, der hier in der Gruft seine letzte Ruhe fand.

Besondere Freude empfindet natürlich das mehr oder weniger im Ruhestand befindliche Ummendorfer Pfarrer-Ehepaar Renate und Gunther Hirschligau über die vor wenigen Tagen angelaufene Rettungsaktion. "Wir hatten ja immer gehofft, dass das noch in unserer regulären Dienstzeit passieren würde", sagt Gunther Hischligau, "aber das war leider nicht gelungen. Dass es aber gerade jetzt passiert, wo ich für Ummendorf einen vorübergehenden Beschäftigungsauftrag erhalten habe, erfüllt mich mit großer Freude. Und wie sich jetzt herausstellte, ist die Sanierung notwendiger als vorher gedacht."

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