Ab dem 1. April soll in der Helios-Bördeklinik in Neindorf die Speisenversorgung umgestellt werden. Die Pläne haben viel Unmut ausgelöst. So werden 14 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Außerdem wird nach den aktuellen Plänen auch die Cafeteria im Foyer der Klinik geschlossen. Das brachte Kreistagsmitglied Jörg Methner (SPD) auf den Plan.

Neindorf l "Ich habe am Dienstag eine Verwandte in der Klinik besucht und wurde von vielen Patienten und Besuchern angesprochen, dass die Cafeteria schließen soll und ob gegen die Pläne nicht etwas unternommen werden kann", sagte der Politiker, der auch Bürgermeister im Sülzetal ist. Daraufhin habe er Kontakt mit der Geschäftsleitung aufgenommen, die ihn zu einem Gespräch am gestrigen Mittwoch eingeladen hatte. "Toll, dass ich so zeitnah empfangen wurde", sagte Methner im Anschluss an das Gespräch, dass hinter verschlossenen Türen stattgefunden hat. Hier habe er der Klinikleitung klar gemacht, dass im Foyer eine ganz andere Atmosphäre herrsche, wenn es die Cafeteria nicht mehr gibt. "Gesundheit ist das A und O und eine Cafeteria ist doch Bestandteil der Genesung. Sie ist der Rückzugsort für Patienten und deren Angehörige. Das ist ein Service, der doch in jedes Krankenhaus gehört", erklärte er weiter. Nun hofft Methner, dass die Helios-Geschäftsleitung ihre Schließungspläne noch einmal überdenkt.

Tatsächlich zieren schon jetzt zwei graue Automaten das Foyer, der auf Wunsch eingepackte Industrienahrung ausspuckt. Persönliche Betreuung Fehlanzeige.

Zu dem Gespräch äußerte sich auch Klinik-Sprecherin Caterin Schmidt. "Wir treten in einen offenen Dialog und bedauern, dass die Cafeteria wegfällt", erklärte sie. Tatsächlich werde zum 1. April die Speisenversorung in der Klinik umgestellt und durch ein eigenes Catering-Unternehmen vom Standort Helmstedt aus versorgt. Künftig könnten Patienten aus einer erweiterten Speisenkarte individuelle Mittagsmenüs mit verschiedenen Komponenten wie Beilagen und Gemüse wählen. Zudem sei das Frühstücks- und Abendbrotangebot erweitert worden. "Die Cafeteria wird aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Den Wegfall des Mittagsangebotes für externe Gäste und Besucher bedauern wir sehr", betonte die Sprecherin.

Bereits am 23. September 2014 hatte die Volksstimme über die Pläne von Helios berichtet, die Speisenversorgung im Klinikum in Neindorf zu schließen und damit 14 Mitarbeitern zu kündigen. "Dies bedauern wir sehr. Wir bemühen uns um sozialverträgliche Lösungen für die Betroffenen und bitten um Verständnis für diese aus unternehmerischer Sicht leider notwendigen Entscheidungen", hatte damals die Helios-Pressesprecherin Natalie Erdmann erklärt.

"Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat wurden von beiden Seiten konstruktiv geführt", erklärte Caterin Schmidt gestern. Die Gespräche mit der Interessenvertretung der Belegschaft seien in beiderseitigem Einvernehmen beendet worden. Die Einigungen würden "momentan mit den jeweiligen Beschäftigten im Rahmen der Wahrnehmung der arbeitsrechtlichen Individualregelungen" stattfinden. Außerdem gebe es derzeit keine Planungen, dass die Schließungspläne für die Cafeteria noch einmal diskutiert werden.

Der zuständige Sekretär der Gewerkschaft Verdi, Thomas Mühlenberg, erklärte gestern in einem Volksstimme-Gespräch, ihm seien keine sozialverträglichen Lösungen bekannt. "Ich habe im Moment nur den Stand, dass auch an den Helios-Standorten Burg, Gommern und Zerbst insgesamt 40 Mitarbeiter entlassen werden", sagte der Gewerkschafter weiter.

Er kritisierte das Vorgehen von Helios als Salamitaktik. Scheibchenweise würden langgediente Mitarbeiter entlassen, sodass die Betriebsräte dagegen keine Handhabe hätten. Das sei die Politik des deutschlandweit agierenden Konzerns.

Der Betriebsrat der Bördeklinik wollte sich gestern gegenüber der Volksstimme nicht zu den Vorgängen äußern.

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