Konzepte für die Entwicklung künftigen Wohnbaulands in Oschersleben und seinen Ortsteilen standen am Mittwochabend im Mittelpunkt der Bauausschusssitzung im Rathaus. Seit dem Jahr 2012 ist die Stadt dabei, gemeinsam mit einem Planungsbüro die besten Flächen für Wohnbauland für eine nachhaltige Siedlungspolitik zu ermitteln.

Oschersleben l Bereits im Jahr 2013 waren der Öffentlichkeit, vertreten durch die Ortschaftsräte sowie den Bauausschuss, erste Vorschläge unterbreitet worden, mit der Bitte, Ergänzungen, Änderungsvorschläge oder Hinweise mitzuteilen. Außerdem waren öffentliche Träger wie beispielsweise die Landesämter für Denkmalpflege und für Geologie, das Landwirtschaftsamt, die Telekom oder der Trink- und Abwasserverband Börde (TAV) zu ihren Bedenken und Hinweisen befragt worden.

So standen am Mittwochabend aktualisierte Konzepte bereit, beschlossen zu werden. Für Diskussionen in der konstruktiv geführten Debatte sorgten einige Vorschläge für die Kernstadt sowie Hordorf, Klein Oschersleben und Schermcke. Demnach soll in Oschersleben künftig etwa eine Fläche zwischen der Triftstraße und dem Oesenweg für den Bau von Eigenheimen freigeben werden. Einige Ausschussmitglieder mahnten jedoch die Nähe zum Klärwerk des TAV und eine vermeintliche Geruchsbelästigung an. Am Ende der Erörtungen haben die Anwesenden jedoch für einen Verbleib der Fläche im Konzept gestimmt. Die Vorlage sieht zudem Wohnbauland am Westrand Oscherslebens zwischen der Kreisstraße nach Neindorf und dem ehemaligen Gleisbett nach Gunsleben vor. Hier müsste jedoch zuerst mit dem Fliegerclub Oschersleben geklärt werden, ob der Abstand zum Flugplatz ausreichend ist. Unter diesem Vorbehalt wurde das Konzept für Oschersleben beschlossen.

Der ebenfalls anwesende Schermcker Ortsbürgermeister Marcel Ott legte ein eigenes von den Ortschaftsräten entwickeltes Konzept vor, das von dem des Planungsbüros deutlich abwich. Nach eingen Diskussionen mit allen im Saal Anwesenden konnte eine Kompromisslösung gefunden werden. Demnach soll es künftig vereinzelte Flächen für den Bau von Eigenheimen an den Rändern von Schermcke geben. Dieser nunmehr aktualisierte Plan wurde einstimmig beschlossen.

Auch ein Wohnbaulandkonzept für Klein Oschersleben wurde beschlossen, jedoch ebenfalls in einer aktualisierten Fassung. Die ursprüngliche Version hatten die Ortschaftsräte nämlich abgelehnt. Laut Mitglied Jörg Gildemeister würde mehr Baugebiet vor allem für junge Familien gewünscht als in der Vorlage festgelegt. Nun wird nach den Vorschlägen der Lokalpolitiker in dem aktualisierten Beschluss eine Gartenanlage im Norden der Ortschaft als Bauland ausgewiesen.

Ferner wurde den Wohnbaulandkonzepten für Beckendorf-Neindorf, Groß Germersleben, Peseckendorf und Ampfurth sowie Altbrandsleben und Kleinalsleben am Mittwochabend zugestimmt. Bei den zwei Letzteren wurde sich gegen das Votum der Ortschaftsräte entschieden.

Nicht beschlossen wurde dagegen das Wohnbaulandkonzept für Hordorf - es war in der Ortschaftsratssitzung zwei Wochen zuvor bereits durchgefallen. Der am Mittwoch anwesende Ortsbürgermeister Norbert Kurzel begründete die Abstimmung wie folgt: "Es wurde dagegen gestimmt, weil es viele Grasgärten hinter beitragspflichtigen Höfen gibt, die jedoch beispielsweise von Familienmitgliedern nicht bebaut werden dürfen. Das ist für uns unverständlich." Der ebenfalls zur Sitzung eingeladene Norbert Voigts vom Bauplanungsbüro begründete das mit planungsrechtlichen Vorgaben, die das Bauen in der "zweiten Reihe" nicht ermöglichen. Dennoch schlossen sich die Ausschussmitglieder den Ortschaftsräten an und stimmten zunächst gegen das Konzept. Hier müssen Stadtverwaltung und Planungsbüro also nachlegen.

Ebenfalls abgelehnt wurde das Wohnbaulandkonzept für Alikendorf. Damit folgten die Ausschussmitglieder dem Votum des Alikendorfer Ortschaftsrates, der die Umwandlung der Gartenanlage zwischen Rotdornweg und der Hadmersleber Straße in Bauland fordert. Auch dem Ortschaftsrat Hadmerlsleben folgte der Bauausschuss einstimmig, die geplante Zurücknahme des Wohnbaupotentials im Bereich Ostendorf mit der Planungsabteilung neu zu besprechen. Auch der Forderung des Ortschaftsrates Hornhausen wurde zugestimmt, das Neubaugebiet Ottleber Straße nicht wie im Konzept vorgeschlagen, zu verkleinern, sondern beizubehalten.