Zur Jahreshauptversammlung 2015 lud dieser Tage die Freiwillige Feuerwehr Dodendorf Kameraden und Gäste ein. Ortswehrleiter Jens Lohe hielt einen Rechenschaftsbericht.

Dodendorf l Demnach verzeichnete die Freiwillige Feuerwehr Dodendorf mit drei Einsätzen im vergangenen Jahr einen mehr als 2013, was Lohe als Fortschritt wertete. Zwei dieser Einsätze wurden durch Starkregen ausgelöst. Der Ortswehrleiter wies darauf hin, dass die zuständige Behörde hier besser auf die Kontrolle der Gräben auf freien Ablauf achten sollte. Durch Verstopfung an Gehölzen an der Unterführung Leipziger Chaussee zum Auffang Biotop Dodendorf kam es zu einem erheblichen Stau von Niederschlag.

Des Weiteren sei es erforderlich, den freien Ablauf von Regenwasser in den Gullys in Dodendorf zu gewährleisten. Heutzutage prüft die Wasserbehörde die oft versteckt liegenden Hydranten, früher habe das die Feuerwehr gemacht. "Mein Vorschlag ist, das wieder in die Hand der Feuerwehr zu geben, da sie sich vor Ort besser auskennt", sagte Lohe.

Im Zusammenhang mit dem Hilfeleistungseinsatz zur Beseitigung einer Ölspur bedankte sich der Feuerwehrchef für die gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Osterweddingen und dem Bauhof der Gemeinde. Ein polnischer Lastzugfahrer der einen Schlafplatz suchte, hatte zuvor sein Fahrzeug gedreht, den Tank aufgerissen und Öl verloren. Die erbrachten Einsatzstunden der drei Einsätze belaufen sich auf 22,4 Stunden.

Weiter berichtete Jens Lohe darüber, dass die freiwillige Feuerwehr derzeit acht aktive Mitglieder habe, zwei davon sind Frauen. Atemschutzgeräteträger gibt es fünf, davon drei einsatzbereite. In der Alters- und Ehrenabteilung sind 14 Kameraden, darunter fünf Frauen.

Vier Feuerwehrmitglieder nahmen 2014 an Lehrgängen teil und schlossen sie erfolgreich ab. Die 40 Pflichtstunden der theoretischen/praktischen Ausbildung wurden von den Kameraden erfüllt. Für die vielen Schichtarbeiter unter ihnen war das nicht einfach. Nur durch die große Einsatzbereitschaft, die Ausbildung auch an Sonnabenden durchzuführen, wurden letztlich 652,5 Stunden im Ausbildungsdienst erbracht. "Die Ausbildung an Sonnabenden ist nicht in allen Feuerwehren üblich", lobte Lohe seine Männer. Auch die gestellten Aufgaben zur Einsatzübung im Paketverteilerzentrum der Post im Gewerbegebiet wurden von ihnen bestens erfüllt. Zusätzlich leisteten die Kameraden der Feuerwehr 141,5 Stunden sonstige und technische Dienste wie zum Beispiel die Pflege und Wartung der Technik und Unterstützung des Heimatvereins durch Aufstellen des Weihnachtsbaumes zum Lichterfest. Weiterhin engagierten sie sich bei der bereits zum achten Mal durchgeführten Grünkohlwanderung.

Der Ortswehrleiter verzichtete in seinem Bericht aber auch nicht auf kritische Töne. So waren am 26. März dieses Jahres bei der Vorstellung der aufwändig erstellten, ordnerdicken Risikoanalyse von 80 geladenen Gästen aus Politik und Ehrenamt des Sülzetals nur zehn Gäste anwesend und davon waren auch noch sechs von der freiwilligen Feuerwehr.

"Das zeigt doch, welches Interesse der Gemeinderat und andere Geladene an der Arbeit der freiwilligen Feuerwehr haben", meinte Lohe sarkastisch und kritisierte insbesondere die Ehrenamtlichen, die eigentlichen wissen müssten, was solche Arbeit bedeutet.

Unverständnis äußerte er im Hinblick auf die Aufwandsentschädigung. "Es gibt hier Kameraden, die nehmen extra für ihren Lehrgang drei Wochen Urlaub und wir machen auch Ausbildung am Wochenende, damit wir die Vorgabe an Stunden schaffen und bekommen keinerlei Aufwandsentschädigung", berichtete Lohe. "Wir möchten, dass unsere Leistung von der Gemeinde anerkannt wird. Aber als Dankeschön kommt hier nichts rüber", erregte sich der Ortswehrleiter. Andere Feuerwehren aus dem Salzlandkreis oder Burgenlandkreis würden acht bis zehn Euro pro Einsatz bekommen, für einen Dienstabend zwei Euro.

Der als Gast anwesende Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner äußerte sich dazu: "Über die Satzung einer Aufwandsentschädigung entscheidet nicht die Gemeinde, sondern der Gemeinderat, das wird manchmal verkannt." Methner dankte den Dodendorfer Kameraden für ihre Leistungen. "Was wir ermöglichen können, werden wir machen", sagte der Bürgermeister. So könnten zum Beispiel die Kameraden und die in der Jugendfeuerwehr tätigen Kinder im Freibad Langenweddingen kostenlos Baden gehen. Außerdem würde ein Mitarbeiter der Gemeinde den Auftrag erhalten, der Freiwilligen Feuerwehr Dodendorf bei der Pflege und Wartung ihrer Geräte zur Hand zu gehen.

Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung gab es auch noch eine feierliche Angelegenheit. Im Beisein von Gemeindewehrleiter Marco Dahlke, Bürgermeister Jörg Methner und Ortsbürgermeister Johannes Grohmann wurde die Feuerwehranwärterin Franziska Willner zur Feuerwehrfrau befördert.

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