Osterweddingen l Schon Tage bevor am Sonnabend, 4. April, um 19 Uhr der Kultur- und Heimatverein Osterweddingen auf dem Thieberg sein Osterfeuer entzünden will, führt das Thema bei einigen Bürgern zu brandheißen Diskussionen. Der Osterweddinger Detlef Fröbe lebt in dem Wohngebiet und beklagt seit Jahren, dass durch das Osterfeuer die Anwohner über Gebühr durch Qualm und Schmutz belästigt würden. Zudem liege der Feuerplatz mitten in dem Wohngebiet, so dass die Nähe des Feuers zu Häusern und Bäumen eine erstzunehmende Gefahr darstellen würde.

Wie Detlef Fröbe weiter sagt, stehe das seinem Sohn gehörende Wohnhaus nur 25 Meter entfernt vom Feuerplatz, so dass auch dort mit erheblichen Belästigungen zu rechnen sei. Wie seine Erfahrungen aus den Vorjahren zeigen würden, so Fröbe, dauerte es nach der Veranstaltung eine lange Zeit, bis der Aschehaufen weggeräumt werde. Komme es in diesem Jahr wieder aus seiner Sicht zu Belästigungen, behalte er sich vor, die Polizei zu informieren.

Die Bedenken von Anwohnern gegen das Osterfeuer auf dem Thieberg sind Osterweddinges Ortsbürgermeisterin Birgit Wasserthal (CDU) bekannt. "Wir haben im Ortschaftsrat über das Osterfeuer gesprochen und einstimmig entschieden, es zu veranstalten", sagt sie. Schließlich finde die Veranstaltung seit Anfang der 1990er Jahre statt und habe deshalb einen traditionellen Charakter. "Die meisten der Anwohner finden das Osterfeuer toll", gibt die Ortsbürgermeisterin die Stimmungslage wieder. Dass einige, wenige Familien seit Jahren gegen die Veranstaltung seien, bedauere sie, könne es jedoch nicht ändern. Birgit Wasserthal argumentiert, dass sich das Osterfeuer lediglich auf einen Tag im Jahr beziehe und Osterweddingen auch über keinen anderen Veranstaltungsort als den Thieberg verfüge. "Die Bevölkerung hat diesen Veranstaltungsort des Ostersfeuers angenommen, wir bleiben da oben", verkündet Birgit Wasserthal den Osterweddinger Standpunkt. Zudem würden alle Auflagen des Ordnungsamtes der Gemeinde Sülzetal, die das Osterfeuer genehmigt habe, erfüllt.

Das bestätigt Ordnungsamtsleiter Fred Fedder gegenüber der Volksstimme. "Aus unserer Sicht gibt es für das Osterweddinger Osterfeuer keine Versagungsgründe", stellt der Ordnungsamtsleiter fest. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes würden mit Wochenbeginn regelmäßig das Aufschichten des Brennholzes kontrollieren und den Veranstaltungsort letztmalig am Sonnabend um 17 Uhr genau unter die Lupe nehmen. Auch Fedder seien die Bedenken einiger, weniger Anwohner gegen das Osterfeuer bekannt. Jedoch überwiege für ihn das öffentliche Interesse an dieser Veranstaltung als Traditions- und Brauchtumsfeuer.

Wie Fedder weiter sagt, habe das Ordnungsamt in der Einheitsgemeinde Sülzetal in der Zeit vom 2. bis 4. April sieben öffentliche Osterfeuer genehmigt. Hinzu kommen acht Anträge von Privatleuten, die das Amt genehmigt habe. "Diese Feuer werden wir alle kontrollieren", kündigt Fedder die besondere Aufmerksamkeit des Ordnungsamtes an.

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