Das Technische Hilfswerk (THW) in Oschersleben hat den ehemaligen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl, Dirk Zitzelsperger, kritisiert. Demnach soll das AfD-Mitglied in einem Volksstimme-Porträt vom 6. März mehrfach die Unwahrheit gesagt haben.

Oschersleben l Vor allem Aussagen Zitzelspergers über den Hochwassereinsatz im Jahr 2012 bei Wolmirstedt stehen im Fokus der Kritik. "Wir waren bei Glindenberg stationiert und haben die Deiche verteidigt. Ich wollte selbst mit anpacken. Bis irgendwelche wichtigen Leute ankamen und meinten, wir koordinieren mehr als dass wir helfen", hatte der einstige Bürgermeisterkandidat gegenüber der Volksstimme gesagt.

"So ist das nicht richtig", erklärte jetzt der THW-Ortsbeauftragte von Oschersleben, Daniel Kraft. Vielmehr sei dieser Einsatzabschnitt, nämlich der Handwerkerdeich bei Glindenberg, ein Schwerpunkt für zivile Helfer gewesen. "Folglich machte es wenig Sinn, hier die vorhandenen Fachkräfte des THW mit einzugliedern, sodass die Führungskräfte im Einvernehmen mit der Einsatzabschnittsleitung entschieden, diese THW-Helfer koordinierend entlang der Deichstrecke zu postieren", beschreibt Kraft die damalige Lage.

Außerdem unterstreicht der THW-Ortschef, "dass alle während des Hochwassers eingesetzten Helfer mit einer bestimmten Einsatzzeit eine Fluthilfeauszeichnung erhielten. Die Aussage von Dirk Zitzelsperger, er hätte sie abgelehnt, ist nicht wahr." So sei das THW-Mitglied zwar zu der Veranstaltung eingeladen worden, konnte aber arbeitsbedingt nicht daran teilnehmen. "Diese Auszeichnung steht in keinem Zusammenhang mit den Fluthilfen für die Opfer der Katastrophe und ist eine Danksagung für die geleistete Arbeit. Einige Helfer waren sogar über die gesamte Dauer des Hochwassers im Einsatz. Diese Auszeichnung darf nicht mit Füßen getreten werden", betonte Kraft.

In dem Volksstimme-Beitrag hatte Zitzelsperger dagegen erklärt: "Ich kann doch nicht ausgezeichnet werden, während andere, die ihr Hab und Gut verloren haben, noch auf Fluthilfe warten."

Daniel Kraft betonte gegenüber der Volksstimme, dass beim THW gerade in Einsatzlagen eine befehlsmäßige Struktur herrsche. "Das dient der Erreichung des Einsatzzieles und nicht der Zielsetzung einzelner Helfer. Wir brauchen eine starke Gemeinschaft und keine Helden!" Der THW-Vorsitzende gab zudem an, dass Zitzelsperger trotz mehrfacher Gespräche und Zusagen seit dem Hochwassereinsatz nicht wieder im Dienst gewesen sei.

Zu den Vorwürfen befragt erklärte Dirk Zitzelsperger am Dienstag gegenüber der Volksstimme: "Während des Hochwassereinsatzes haben wir damit begonnen, den Deich bei Wolmirstedt zu verstärken. Dann wurden wir abgezogen, um unsere an bestimmten Punkten aufgebauten Lichtanlagen zu kontrollieren und auf den Lkw zu sitzen", sagte er und ergänzte: "Ich hätte lieber mit zugepackt, so wie andere THW-Einheiten auch."

Zu den Vorwürfen hinsichtlich der Fluthilfeauszeichnung meinte Zitzelsperger: "Man soll doch bitte bei der ganzen Wahrheit bleiben." So sei er zwar tatsächlich zur Veranstaltung eingeladen worden, hätte jedoch am Telefon gesagt: "Ich möchte diese Medaille nicht. Ich muss sowieso arbeiten."

Dass er seit dem Hochwasser- einsatz nicht mehr im Dienst gewesen ist, entspreche dagegen der Wahrheit. "Das hat auch seine Gründe. Hier im Ortsverband hat sich seit ein paar Jahren eine Familie breit gemacht, unter der es keinen Sinn macht, weiter zu arbeiten", erklärte der Ex-Bürgermeister-Kandidat. Namen wollte Zitzelperger allerdings nicht nennen. Er sei jedoch nicht der einzige THW-Mitstreiter, der sich aus eben diesem Grund aus dem regulärem Dienst zurückgezogen hat.