KleinWanzleben l Ihre körperliche Fitness liegt einigen Klein Wanzleber Frauen sehr am Herzen. Einmal wöchentlich kommen die Mitglieder der beiden Seniorensportgruppen zusammen, um Sport zu treiben - und das mittlerweile seit Jahrzehnten. Ein gemeinsames Training beider Gruppen ist aber eher die Ausnahme.

Die an Jahren ältere Sportgruppe, die bereits im September 1967 gegründet wurde, trifft sich immer dienstags um 19.30 Uhr in der Sporthalle. Das Kommando übernimmt dann auch die Älteste der Gruppe, Ursula Werny. Im März konnte sie ihren 85. Geburtstag feiern. Sie gehörte auch vor fast 48 Jahren zu den Gründungsmitgliedern der Sportgruppe, die einst von zwei Lehrerinnen ins Leben gerufen wurde. Eine der beiden Gründerinnen, Inge Schäfer, zählt heute noch zum Mitgliederstamm, doch schon als sie damals ein Baby erwartete, gab sie die Leitung der Gruppe an Ursula Werny ab. "Sechs Aktive sind noch aus der Gründungszeit dabei, zwei seit 47 Jahren", erklärt Ursula Werny und bedauert, dass zwei Sportlerinnen aus Krankheits- und Altersgründen nicht mehr mitturnen können. Dazu gehört auch das eigentlich älteste Mitglied Hildegard Voigt, die 90 Jahre alt ist. Insgesamt hat die Gruppe 15 aktive Mitglieder.

Heute betreiben die Frauen in ihrer Sportstunde zumeist gymnastische Übungen. Mal kommen dabei auch Bälle zum Einsatz oder Ursula Werny denkt sich kleine Wettspiele aus. Aber auch neben dem Sport wurde und wird das Miteinander groß geschrieben. "Wir haben schon viele schöne Dinge erlebt, so haben wir zu DDR-Zeiten immer Rüben verzogen und haben von dem Geld, das wir dafür bekommen haben, Ausflüge unternommen", erinnert sie sich. Ebenso kamen gemeinsame Feierlichkeiten immer gut an.

Das ist auch bei der zweiten Seniorensportgruppe, die jeweils mittwochs um 14 Uhr zusammenkommt, so. Die heute 17 Mitglieder zählende Gruppe wurde im Januar 1972 auf Initiative von Verena Schnitzendöbel und Inge Klosa gegründet. Zumeist haben sich hier damals Kolleginnen des ehemaligen Institutes für Rübenforschung zusammengefunden. "Wir hatten besonders früher eine große Fluktuation unter den Mitgliedern, da im Institut viele auch nur kurzzeitig beschäftigt waren", erinnert sich Verena Schnitzendöbel, die auch heute noch die Gruppe anführt. Dass sie mittlerweile auch schon auf 80 vollendete Lebensjahre zurückblickt, tut der Freude am Sport keinen Abbruch. Einen Ausfall der Sportstunde, die die Frauen sommers wie winters am liebsten draußen verbringen, gab es noch nie. Manchmal übernimmt auch Ruth Müller die Vertretung an der Spitze. "Wir fahren viel Rad und machen Nordic Walking, nur bei schlechtem Wetter sind wir in der Halle", erklärt Verena Schnitzendöbel.