Ummendorf l Unter den fünf Bürgermeisterwahlen in der Oberen Aller am morgigen Sonntag ist jene in Ummendorf die einzige, deren Ergebnis im Vorfeld bereits feststeht. Denn allein der Name Reinhard Falke wird auf den Wahlzetteln in der Burg vermerkt sein, was gleichbedeutend mit der Wiederwahl des Amtsinhabers ist; faktisch reicht ihm schon die eigene Stimme.

In puncto Wahlbeteiligung gibt sich Falke denn auch keinen Illusionen hin: "Ich wünsche mir natürlich einen recht hohen Zuspruch der Bevölkerung, rechne aber mit einer eher schwachen Beteiligung, was ja auch normal ist, wenn nicht wirklich eine Wahl besteht." Allerdings war die Situation vor sieben Jahren dieselbe - und da hatten immerhin knapp 40 Prozent der Ummendorfer ihr Wahlrecht genutzt und dem Alleinkandidaten Falke ihre Stimme gegeben. Weit mehr als bei den umliegenden Solo-Wahlen 2008 in Hötensleben (22,6 Prozent) und Wefensleben (15,4 Prozent).

Falke wird also ab Sommer in seine vierte Periode als Ummendorfer Bürgermeister gehen. Die Entscheidung zum Wiederantritt habe er sich "aber nicht einfach gemacht, ich habe lange überlegt, ob ich noch einmal antreten und mir das nach so langer Zeit auch altersmäßig noch einmal zumuten will." Hinzu kamen "gewisse kommunalpolitische Umstände, die mich zwischenzeitlich doch sehr verärgert haben." Gemeint ist vor allem das Scheitern der großgewerblichen Gewächshausansiedlung in Ummendorf, was Falke vor drei Jahren auch als "persönliche Niederlage" empfand. Mittlerweile seien die Wogen wieder geglättet: "Wir sind aufeinander zugegangen, es hat sich alles beruhigt und relativiert."

So rücken nun andere Prioritäten in den Vordergrund: "Unser Hauptthema der nächsten Jahre ist das Reagieren auf den demografischen Wandel, dazu haben wir größere Projekte mit ortsansässigen Investoren angestoßen, die von der Gemeinde unterstützt werden, und werden die Idee des Multiplen Hauses weiterverfolgen."