Groß Germersleben (yhe) l Lange haben in diesem Jahr die Groß Germersleber auf die Besiedlung ihres Storchennestes warten müssen. Seit Jahrzehnten gehört das Nest von Adebar zum Ortsbild des Dorfes. Auf einem Mauersims des Trogschen Hofes haben die Störche seit eh und je ihr Zuhause. Bis auf wenige Ausnahmen war das Nest immer bevölkert, wuchs Nachwuchs heran.

Vor kurzem, noch vor Adebars Ankunft in diesem Jahr, hatte sich eine Groß Germersleberin an die Volksstimme-Redaktion gewandt und den Zustand des Nestes kritisiert. Sie hegte die Befürchtung, dass Adebar aus diesem Grund in diesem Jahr ausbleibt. Aus dem Nest war vor allem Gras weit herausgewachsen. Doch zum Ende der vergangenen Woche flog der Weißstorch doch ein. Zwischenzeitlich hatte sich die Volksstimme an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises gewandt und die Probleme um das Groß Germersleber Storchennest geschildert.

Burkhard Belcour überzeugte sich vor Ort: "Sehen Sie, der Storch hat die hochgeschossenen Gräser schon selbst heruntergetreten", erklärt der Mitarbeiter des Landkreises zum Zustand des Nestes. Der Storch, der zuerst aus Afrika oder Spanien zurückkehrt, übernehme im Frühjahr die "Nestpflege", polstere das Nest mit trockenem Gras aus. Darin würden dann die Eier abgelegt.

Reparaturen und Kontrollen der Storchennester gingen oftmals von privaten Initiativen aus, seien ansonsten sehr kostspielig, erklärte Burkhard Belcour unter dem Groß Germersleber Storchennest weiter.

Der erste Storch wurde in diesem Jahr bereits am 18. Februar in Neuwegersleben gesichtet. Sonst seien in den vergangenen Jahren häufig die Gröninger Störche die ersten gewesen, die aus Afrika zurückkehrten. Im Gebiet der Altkreise Oschersleben und Wanzleben, zwischen Wefensleben und Dodendorf, waren im vergangenen Jahr 13 Storchennester besetzt. In neun Nestern wuchs auch Nachwuchs heran. Vier Storchenpaare hingegen blieben ohne Storchenkinder, wie von Burkhard Belcour weiter zu erfahren war. In der Region um Oschersleben und Wanzleben seien es vor allem Dennis Hintze, Thomas Sukow und Wolfgang Nikolai, die sich um das Beringen des Storchennachwuchses kümmern.