Oschersleben l Zwei Mädchen und zwei Jungen des Oschersleber Gymnasiums waren am Donnerstagvormittag zu Gast bei den Maltesern, um herauszufinden, ob die Arbeit bei dem Rettungsdienst später für sie infrage kommt.

So begann der Tag mit einem Blick in die Geschichte des rund 900 Jahre alten Ritterordens, der nach dem ersten Kreuzzug im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründet worden ist. "Der Kopf der Organisation ist Seine Hoheit und Eminenz, Fürst und Großmeister Fra` Matthew Festing", erfuhren die Schüler vom Lehrrettungsassistenten Alexander Fuchs.

Auch über Bedeutung der Flagge mit dem achtspitzigen weißen Kreuz auf rotem Grund hörten die Gymnasiasten einiges. "Die vier innenliegenden Spitzen versinnbildlichen die vier Kardinals-Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Die acht außenliegenden Spitzen bedeuten die Seligpreisungen, die der Verkündigung der frohen Botschaft vom Leben dienen", erzählt Fuchs weiter.

Nach den allgemeinen Ausführungen zur Organisation des Ordens und des Hilfsdienstes erklärte der Assistent, welche zwei Berufe es im Malteser Rettungsdienst gibt. "Zum Einen kann bei uns als Rettungssanitäter gearbeitet werden", sagte Fuchs zu den Schülern. Ein Rettungssanitäter bereite Krankentransporte vor und unterstütze die Notfallsanitäter und Notärzte bei Notfallmaßnahmen. "Er ist nach seiner rund dreimonatigen Ausbildung in der Lage, erweiterte Erste Hilfe zu leisten", betonte Fuchs. Voraussetzungen seien die Vollendung des 17. Lebensjahres sowie eine abgeschlossene Schul- beziehungsweise Berufsausbildung.

Der zweite Beruf beim Malteser Rettungsdienst ist der des Notfallsanitäters, der höchsten nichtärztlichen Qualifikation des Rettungspersonals. "Der Notfallsanitäter ist maßgeblich verantwortlich für die Rettung einer verletzten oder erkrankten Person", unterstreicht der Redner. Die Ausbildungszeit betrage drei Jahre.

Nach den Ausführungen startete ein Rundgang durch das Rettungsdienstgebäude in der Oschersleber Bruchstraße. Neben den Aufenthalts- und Büroräumen konnten sich die Schüler einen Einblick in die Lagerräume für Material- und Arzneimittel verschaffen. Außerdem wurde ihnen erklärt, wie verschiedene Desinfektionsmittel für unterschiedliche Anwendungen gemischt werden.

Anschließend wurde den Gymnasiasten der Notarzteinsatzwagen sowie ein Rettungswagen gezeigt. Hier erklärte Alexander Fuchs beispielsweise die Funktionsweise einer Trage beziehungsweise eines modernen, pneumatischen Tragetisches. Auch Geräte und Material, mit denen die Fahrzeuge ausgestattet sind, bekamen die Schüler zu sehen.

"Dieser Tag ist sehr interessant und abwechslungsreich. Alles wird hier sehr gut erklärt", sagte die Zehntklässlerin Judy Bockmann. Auch für ihre Mitschülerin Saskia Pasemann war der Tag wertvoll. "Nach unserem Besuch kann ich verstehen, wie die Leute hier arbeiten", erklärte sie. Beide könnten sich vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten.