Die B246a-Großbaustelle vor ihrer Haustür und der damit verbundene Umleitungsmarathon rund um Seehausen haben in dieser Woche die Gemüter der Anwohner erhitzt. Sie forderten vom Amt einen Anlieger-Ausweis, der ihnen das Befahren eines nahegelegenen Feldweges erlaubt und somit viel Zeit und Ärger erspart.

Seehausen l Die Anwohner des B246a-Abschnitts, der derzeit in Seehausen auf knapp 700 Metern grundhaft ausgebaut wird, haben ihrem Unmut über die lange Umleitungsstrecke in dieser Woche öffentlich Luft gemacht.

"Wir würden uns wünschen, dass uns seitens der Behörden eine Art Anlieger-Ausweis ausgestellt wird, der uns erlaubt, den Feldweg als Umleitungsvariante genauso passieren zu dürfen wie der Linienbus. Weil uns bis heute aber solch eine Erlaubnis zum Befahren jenes Weges fehlt, würden wir bei einer Polizeikontrolle ein ordentliches Bußgeld zahlen müssen", hatte in dieser Woche ein verärgerter Anwohner gegenüber der Volksstimme erklärt.

Jene erwähnte Polizeikontrolle habe es seit Baubeginn auch schon mehrfach an jenem "Schleichweg" gegeben, weiß auch Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch, der jetzt alle Hebel in Bewegung setzte, um die Anwohner bei ihrem "Umleitungsmarathon" zu entlasten, zu berichten.

Bei einem Vororttermin auf der Großbaustelle lenkten nun die Behörden ein. "Alle Anlieger, die durch die Bauarbeiten von der Umleitung betroffen sind, bekommen von der Verwaltung in der nächsten Woche die entsprechende Genehmigung, die ihnen das Befahren jenes Feldweges erlaubt, per Post zugestellt. Ein extra Antrag muss damit nicht gestellt werden. Das Ordnungsamt hat bereits damit begonnen, die Schreiben auszudrucken", erklärte Bauamtsleiter Olaf Küpper gestern auf Nachfrage.

Die Behördenerlaubnis sei für alle Anlieger übrigens kostenfrei, "und müssten in der nächsten Woche bei jedem im Briefkasten liegen".

Für alle Anlieger, die innerorts vor dem stillgelegten Gleisverlauf wohnen, werde zudem noch eine 3,50 Meter breite Behelfsfahrbahn errichtet, merkt der Amtsleiter an, aus dessen Sicht es schlichtweg eine Zumutung wäre, wenn die Baustellen-Anlieger bis zum Jahresende jeden Tag auf die großräumige Umleitung geschickt werden würden. Der Feldweg müsse zudem mit Beginn der neuen Woche noch neu beschildert werden. "Und zwar als Privatweg mit dem Zusatz ,mit Genehmigung des Eigentümers`, der in diesem Fall die Stadt ist", erklärt Küpper.

Und auch der jüngste Behördenaufreger einer Anwohnerin, die um ihr Kind über jenen Feldweg mit dem Auto in die Seehäuser Kita bringen zu können, eine 85 Euro teure Genehmigung beim Landkreis hatte bezahlen müssen, ist geklärt, bestätigte gestern Bauamtsleiter Küpper. Sie bekomme das Geld jetzt vom Landkreis zurückerstattet. Die Marathon-Umleitung soll in und um Seehausen herum bis zum Ende des Jahres greifen. Ab Wanzleben wird großräumig über Domersleben, in Seehausen über Dreileben umgeleitet. Die Sanierung des mehr als maroden B246a-Abschnitts ist als Gemeinschaftsprojekt zwischen Trink- und Abwasserverband Börde (TAV) und der Stadt Wanzleben - Börde geplant worden. Insgesamt investiert die Kommune rund 600000 Euro. "Die Bauarbeiter liegen mehr als gut in der Zeit. Bis jetzt sieht es so aus, als ob die Sanierung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden könnte", zeigte sich Olaf Küpper gestern optimistisch.

 

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