Oschersleben l Als die Kameraden der Oschersleber Feuerwehr am Freitag kurz nach 8 Uhr alarmiert wurden, wies den 15 Einsatzkräften eine starke Rauchsäule den Weg zur Humboldtstraße. Nur acht Minuten nach der Alarmierung waren die Feuerwehrleute mit mehreren Fahrzeugen einschließlich Drehleiter am Brandort eingetroffen. Zu dieser Zeit schlugen die Flammen schon aus den Fenstern einer Wohnung im vierten Stock eines Mehrfamilienhauses.

"Sofort begab sich ein Trupp unter Atemschutz mit einen C-Rohr über das Treppenhaus zum Brandort. Ein zweiter Trupp folgte. Schon bei der Ankunft hatten wir erfahren, dass sich niemand mehr in der brennenden Wohnung befindet. Trotzdem suchte ein Trupp alle Räume gründlich ab, um ganz sicher zu gehen", berichtet der Pressesprecher der Oschersleber Feuerwehr, Andreas Ehrhardt. Als die Kameraden an dem Mehrfamilienhaus eingetroffen waren, hatte sich das Feuer schon weit in den Räumen der gesamten Wohnung, die bislang das Zuhause einer fünfköpfigen Familie mit drei Kindern war, ausgebreitet.

Als die Eltern das Feuer im Kinderzimmer bemerkten, retteten der 30-jährige Familienvater und die 22-jährige Mutter die vier- und drei Jahre sowie acht Monate alten Kinder aus dem Zimmer. Die Mutter flüchtete mit den Kindern aus der Wohnung, während der Vater versuchte, den Brand zu löschen.

Bei seiner Rettungsaktion erlitt er leichte Brandverletzungen, seine Frau und die Kinder Rauchgasvergiftungen. Die gesamte Familie wurde nach einer Behandlung vor Ort durch Rettungskräfte und Notarzt erst einmal vorsorglich ins Krankenhaus nach Halberstadt gebracht.

"Die Wohnung musste nach den Löscharbeiten von der Brandlast befreit werden, was wegen der starken Rauchentwicklung auch nur unter Atemschutz möglich war. Eine kräftezehrende Arbeit für die Atemschutzgeräteträger. Die sechs Leute wechselten sich stetig ab. Ein Belüftungsgerät und eine Wärmebildkamera kamen in der Wohnung ebenso zum Einsatz", berichtet Feuerwehrmann Andreas Ehrhardt. Erst kurz vor Mittag konnte der Einsatz beendet werden.

Sache von Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig war es schließlich, sich um den Verbleib der geschädigten Mieter zu kümmern bzw. Notunterkünfte zu organisieren. "Die komplett ausgebrannte Familie kann nach dem Krankenhausaufenthalt bei Eltern und Schwiegereltern unterkommen. Das Bauordnungsamt des Landkreises musste zudem die über dem Brandherd liegende Wohnung sperren. Die dort lebende Frau konnte in einem Nachbareingang in eine freie Wohnung ziehen", berichtet der Ordnungsamtsleiter.

Auch für eine Familie, die eine Etage unter der Brandwohnung lebt, wurde es problematisch. Hier sei es zu einem Wasserschaden nach dem Platzen der Heizungsrohre gekommen. Das Angebot, eine neue Bleibe zu suchen, habe diese Familie allerdings abgelehnt, sie wollte in ihren vier Wänden bleiben.

Vorsorglich hatte das Ordnungsamt die Obdachloseneinrichtung der Stadt informiert, um möglicherweise hier Leute unterzubringen. "Wir hatten auch Gästewohnungen und Pensionen in Erwägung gezogen, jedoch sind diese durch eine Veranstaltung in der Motorsportarena alle belegt", berichtet Gerd Ludwig.

Brandursachenermittler waren bereits am Freitag vor Ort. Zur genauen Ursache wolle die Polizei noch keine Angaben machen, teilte jedoch mit: "Es steht fest, dass das Feuer im Kinderzimmer ausgebrochen ist", so Presssprecherin Steffi Haltenhof.

Wie hoch der Schaden ist, den dieser Wohnungsbrand verursachte, könne die Polizei derzeit noch nicht beziffern.