Die Zeppernicker Bürgerinitiative "Unsere schöne Heimat" hat erneut Anzeige erstattet. Sie vermutet, dass bewusst das Brutgeschäft von Milanen in einem Horst bei Brietzke gestört wird. Das Nest liegt mitten in dem Gebiet, in dem ein Windpark beantragt worden ist.

Zeppernick l Wiederholt habe man bewusste Störungen während des Brutgeschäfts der Greifvögel festgestellt, heißt es in der aktuellen Anzeige, die bei der Polizei eingegangen ist. Die Vorwürfe sind vielerlei: Zum einen fahre mehrfach ein gelber VW Caddy den Verbindungsweg entlang, in dessen angrenzenden Kiefernwäldchen ein Milanpärchen brütet.

"Diese Aktivitäten finden statt, seitdem die Milane aus Ihrem Winterquartier zurückgekehrt sind", heißt es in der Anzeige. Der Verbindungsweg zwischen Dalchau und der Straße von Zeppernick nach Brietzke wird sonst eigentlich kaum befahren. Die BI vermutet, dass hier bewusst Unruhe in das Brutgeschäft der streng geschützten Milane gebracht werden soll.

Baumfällung neben Horst

Weiterhin habe man am zurückliegenden Sonnabend direkt an dem Milanhorst im Kiefernwäldchen am Silo Richtung Brietzke Holzfällarbeiten festgestellt. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Henry Bartholomäus: "Nach Ansprache der drei beteiligten Personen wurde mir gesagt, dass sie die Waldbesitzer sind und Sturmschäden beseitigen möchten". Der BI-Sprecher fordert den Landkreis Jerichower Land auf, die Besitzer des Waldes zu informieren, dass im Bereich des geschützten Milanhorstes nicht gestört werden sollte.

Tote Hühnerküken im Feld

Gedanken machen sich die Bürgerinitiativler, nachdem sie am vergangenen Montag ein totes Hühnerküken im Bereich des Milanhorstes gefunden haben. "Es lag im hohen Gras an der Grenze zwischen Weg und Feld", heißt es in der Anzeige. In ganz Deutschland gibt es Berichte über Windkraftgegner, die befürchten, dass die Greifvögel absichtlich mit präparierten Ködern vergiftet werden, um eine mit Windkraftanlagen beplante Region "milanfrei" zu machen.

Milane stehen unter Schutz. Für Windparks gelten Mindestabstände zu vorhandenen Horsten. In der Vergangenheit waren im Bereich zwischen Loburg, Zeppernick und Möckern mehrere im Auftrag des Landes Land kartografisch erfasste Horste sowie Nisthilfen der Bürgerinitiative von Unbekannten entfernt worden. Die Polizei ermittelt in diesen Fällen bereits. Der Polizeisprecher des Jerichower Landes, Thomas Kriebitzsch, bestätigte am Donnerstag den Eingang der Anzeige der Bürgerinitiative. Man habe auch Kontakt zur unteren Naturschutzbehörde.