Ein Wochenende im Mai ist im Börde-Museum traditionell für die Parade altehrwürdiger Motoren und Karosserien gebucht. An den vergangenen zwei Tagen geriet die Burg Ummendorf einmal mehr zum Mekka Hunderter Oldtimerfreunde und Ausflügler.

Ummendorf l Die Anreise vieler Aussteller war diesmal mit einem kleinen Umweg verbunden. Denn wer die Burg aus östlicher Richtung und jenseits von Eilsleben ansteuerte, musste aufgrund der Vollsperrung in Seehausen den Umleitungsbogen schlagen. Und so dröhnten noch bis in den Nachmittag hinein einzelne Traktoren oder ganze Motorradkolonnen auf dem Weg nach Ummendorf auch durch Drackenstedt/Druxberge oder Gehringsdorf/Wormsdorf.

Einer der zahlreichen Fahrzeugnostalgiker war André Warnecke aus Seehausen. Der 30-Jährige beteiligte sich erstmals an der Oldtimerschau des Börde-Museums. Auf seinem feurig roten Traktor der Marke Famulus hatte er sich am Sonnabendvormittag auf den Weg gemacht. "Der bringt so seine 28 bis 30 Sachen", grinste der versierte Hobbyschrauber, "ich habe nur eine dreiviertel Stunde gebraucht." Die 1964 im Schlepperwerk Nordhausen gebaute Landmaschine ist gerade Warneckes ganzer Stolz, denn er hat sie in fünfjähriger Fleißarbeit runderneuert, und sie ist auch eine liebe Erinnerung an den verstorbenen Vater. "Seit 40 Jahren ist der Trecker im Familienbesitz", erzählt er, "aber nachdem mein Vater gesundheitlich nicht mehr konnte, hatte auch der Trecker ausgedient und hat sich über 17 Jahre auf dem Hof kaputtgefroren."

Liebhaberstücke auf dem Trödelmarkt

Vom Getriebe bis zum Kotflügel hat André Warnecke dem tuckernden Andenken schließlich zu neuem Glanz verholfen. Der technische Teil war freilich der mühevollste, doch er musste zudem noch einen bürokratischen erfüllen: "Es gibt nämlich keine Besitzerurkunde oder ähnliches. Der Traktor war eine volkseigene Maschine, und da wurde ohne viel Papierkram eben einfach unter der Hand etwas zurechtgemauschelt. Also musste ich jetzt eine eidesstattliche Versicherung hinterlegen, dass der Traktor auch wirklich mir gehört."

Anekdoten und Geschichten dieser Art gehören bei der Ausstellung historischer Fahrzeuge und Landtechnik in der Burg Ummendorf - es war dies nun bereits die 19. - einfach dazu, sie sind ein wesentliches Element, auf dass nicht nur geschaut und gestaunt, sondern eben auch kontaktiert, geklönt und gefachsimpelt wird.

Für ein dazu passendes Ergänzungsangebot sorgt seit einigen Jahren der Ummendorfer Trachten- und Brauchtumsverein einen Steinwurf vom Museum entfernt. Auf Heinemanns Hof präsentieren die Traditionspfleger parallel zum Oldtimertreffen ihren Trödelmarkt mit Tausenden kleinen und großen Dingen - eine wahre Fundgrube, denn was der eine als unnütz ausgemustert hat, ist dem anderen ein willkommenes Liebhaberstück. Zufrieden waren die Vereinsmitglieder - wie auch das Börde-Museum - mit dem Zulauf. Ärgerlich waren lediglich die Regenschauer, die für ein ständiges Ab- und wieder Aufdecken der großen Bücherwagen sorgten.

 

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