Hohenwarsleben. Selbstschutz vor sexuellen Übergriffen übte das Kinder- und Jugend-Sicherheits-Team ("Ki-Ju") in dieser Woche mit den ältesten Knirpsen der Kita "Sonnenschein". An vier Tagen lernten die Kinder zwei Stunden lang von Andreas Heilemann und seiner Mitarbeiterin Mandy Kuhl, wie sie Gefahren erkennen, vermeiden und - sollte es doch einmal zu einer Notlage kommen - wie sie sich wehren können.

Mit Zeichnungen, Rollenspielen, etwa von der bösen Hexe oder dem Postboten in der Rolle des bösen Wolfs, lernen die Kinder als Hänsel und Gretel oder als die sieben Geißlein kindgerecht, dass nicht alle Erwachsenen Gutes von Kindern wollen. "Angst ist nicht schlimm, Angst ist wichtig, um Gefahren zu erkennen", erklärt Heilemann. Bereits zum dritten Mal ist sein Team in der Kita "Sonnenschein" zu Gast. Die Gemeinde Hohe Börde zahlt die Kosten für die Eltern.

Immer wieder beschreibt das Ki-Ju-Team Gefahrensituationen aus dem Kinderalltag, erläutert Beispiele auf der Straße, am Spielplatzrand oder an einem fremden Auto, die später praktisch geübt werden. Wichtig dabei: einen Schutzkreis, eine Distanz zu den Erwachsenen bilden. Das Abmelden bei Eltern und Erzieherinnen ist ebenso wichtig wie das Rufen nach Hilfe und schnelles Weglaufen. Die Kinder lernen, laut auf den Erwachsenen hinzuweisen, der sie belästigt, und üben die Fähigkeit, auch gegenüber Erwachsenen selbstbewusst "Nein" zu sagen und eindeutige Stopp-Signale auszusenden. Auch praktische Übungen von Selbstverteidigungstechniken - wie einem ordentlichen Tritt vors Schienbein des zudringlichen "Onkels" - gehören zum Sicherheitstraining.

"Wir haben das Präventionsprojekt in unser pädagogisches Projekt aufgenommen", berichtete Kita-Leiterin Elke Flacke und ergänzte: "Wenn uns, wie am Montag, sonst eher schüchterne Kinder plötzlich erklären: ¿Ab heute bestimme ich, wer mich anfassen darf!\' wissen wir, dieses Projekt ist wichtig, auch für das Selbstbewusstsein der Kinder."