Ein positives Fazit konnte Ortswehrleiter Daniel Mielchen auf der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Garitz/Bornum ziehen. Die vielen Einsatzkräfte sind gut ausgebildet und an Nachwuchs mangelt es nicht. Auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Träger, der Stadt Zerbst, läuft unkompliziert. Einzelne Defizite gibt es dennoch.

Garitz. Über beachtliche 40 Einsatzkräfte verfügt die Ortsfeuerwehr Garitz/Bornum derzeit. "Die hohe Anzahl an aktiven Mitgliedern resultiert aus dem Zusammenschluss unserer vier Dörfer zu einer Gemeindefeuerwehr", erklärte Ortswehrleiter Daniel Mielchen. Für ihn war das der richtige Schritt. Nur so könnten kleine Wehren zu einer starken, gut ausgebildeten Mannschaft heranwachsen, die den vielfältigen Aufgaben und hohen Anforderungen gerecht wird.

Grundsätzlich zufrieden war Mielchen mit dem Ausbildungsstand der Frauen und Männer. Er wünschte sich jedoch, dass einige den Gruppenführerlehrgang absolvieren. "Durch den Umzug von Kameraden fehlen uns ausgebildete Kräfte in der Führungsriege", begründete der Ortswehrleiter.

Darüber hinaus beschäftigte ihn, dass sie nur sechs Maschinisten haben und die jungen Kameraden mit ihren normalen Pkw-Führerscheinen die Löschfahrzeuge über 3,5 Tonnen nicht mehr fahren dürfen. Eine Extra-Fahrerlaubnis müsste her und die kostet. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Einheitsgemeinde Stadt Zerbst die Kosten übernimmt, erläuterte Fritz Maschke den Kameraden. Im Gegenzug müsste sich derjenige, für mehrere Jahre für den aktiven Dienst in der Feuerwehr verpflichten, führte der stellvertretende Stadtwehrleiter aus.

Den Hinweis, dass mittlerweile drei Löschfahrzeuge der Ortsfeuerwehr längst die vom Land vorgegebene Nutzungsdauer von zwölf Jahren überschritten haben - eins wird bald 40 -, griff Maschke ebenfalls auf. "Es gibt einige Fahrzeuge, die deutlich älter sind", blickte er in die Runde der 27 Ortsfeuerwehren, die zusammen die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zerbst bilden. Erstmal seien die DDR-Modelle dran, führte er aus, dass es bei der Ersatzbeschaffung eine Prioritätenliste geben wird. In diese wird auch die Risikoanalyse hineinspielen, die noch erarbeitet wird und die unter anderem Aufschluss darüber geben soll, welche Ausrüstung und Technik wo vorgehalten werden muss.

Wie Daniel Mielchen berichtete, wurde die Ortsfeuerwehr voriges Jahr zu vier Einsätzen gerufen. Es handelte sich um umgestürzte Bäume und Entstehungsbrände, wobei einer bei ihrer Ankunft bereits gelöscht war. Außerdem entzündete sich in den frühen Morgenstunden das Osterfeuer in Bornum wieder. "Lobenswert zu erwähnen ist, dass bei allen Einsätzen im Schnitt zwölf Kameraden vor Ort waren", bemerkte der Ortswehrleiter. Die hohe Zahl führte er zum einen auf die Einsatzzeiten zurück, zum anderen auf die jetzt reibungslos laufende gleichzeitige Alarmierung ihrer vier Dörfer.

Als absoluten Höhepunkt bezeichnete Mielchen die Teilnahme bei Titanen der Rennbahn im vergangenen Juni im brandenburgischen Brück. "Es wurde eine lange Wegstrecke mit 56 funktionierenden Handdruckspritzen aufgebaut und vorgeführt, wie vor 100 Jahren Feuerwehren alarmiert und Brände bekämpft wurden", erzählte er begeistert. Sie selbst beteiligten sich mit ihrer alten pferdegezogenen Handdruckspritze an dem einmaligen Ereignis, das man nun im Guinness-Buch der Rekorde nachlesen kann. "Mein Dank gilt den zwölf Kameraden, die diese Aktion trotz großer Hitze unterstützt und ermöglicht haben, besonders Reiner Willnow, der mit seinen Pferden den ,Vorspanndienst\' machte", erklärte der Ortswehrleiter.

Er erinnerte ebenfalls an die verschiedenen regionalen und überregionalen Ausscheide, bei denen sowohl die Männer wie auch die Frauen mehrmals den Titel nach Hause holen konnten. Zudem trugen die Kameraden zum gesellschaftlichen Leben in der Ortschaft bei. Sie organisierten das alljährliche Maibaumrichten genauso wie das traditionelle Osterfeuer und das Weihnachtsbaumverbrennen. Mielchen zählte ferner das Herbstfeuer auf, bei dem es im Nachhinein einige Probleme gab, da das Feuer nicht wie vorgeschrieben bis 24 Uhr abgebrannt beziehungsweise abgelöscht war. Zu dem Vorfall sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen, ergänzte er hinsichtlich des drohenden Bußgeldes.

Nicht zuletzt hob Daniel Mielchen in seinem Bericht die einfache und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Stadt Zerbst hervor. Konkret nannte er da Angelika Borkewitz, die sich um die Kleiderkammer kümmert, Gerätewart Michael Wernicke sowie den Sachbearbeiter Brandschutz, Thomas Sanftenberg. Ihnen gelte ein besonderer Dank.

Der Ortswehrleiter nutzte die Jahreshauptversammlung auch, um allen Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft zu danken und ihren Partnern für ihr Verständnis. Er richtete ferner eine Dankeschön an den Heimat- und Backofenverein, den Feuerwehrverein und den privaten Sponsoren für ihre finanzielle und materielle Unterstützung, vor allem bei der Beschaffung von Ausbildungsmaterial für die Jugendfeuerwehr und die Technik für die Wettkämpfe.

"Das Dorfleben lebt von euch", wandte sich Ortsbürgermeister Mario Rudolf an die Kameraden und dankte ihnen für ihr Engagement. Zugleich war er stolz, dass einschließlich der 16 Mädchen und Jungen, die der Kinder- und Jugendfeuerwehr angehören, zehn Prozent der Einwohner der Ortschaft Bornum in der Feuerwehr aktiv sind. "Das sind nur Werte, die man auf dem Land erreicht", betonte er.