Schöningen (rsh). Die archäologischen Grabungen im Schöninger Braunkohletagebau sind Schwerpunkt vieler unterschiedlicher wissenschaftlicher Richtungen. Vor kurzem begrüßte Schöningens Bürgermeister Matthias Wunderling-Weilbier 35 Forscher, die am Arbeitstreffen der deutschen Subkommission für Quartär-stratigraphie teilnahmen.

Diese Tagung in Schöningen abzuhalten, war vom Kommissionsvorsitzenden und einer Gruppe Kollegen an Brigitte Urban in ihrer Funktion als Kommissionsmitglied herangetragen worden. Die Professorin für Biologie und Bodenkunde an der Leuphana Universität Lüneburg ist seit vielen Jahren regelmäßig in Schöningen zu Gast. Ein großer Teil ihrer umwelthistorischen, quartärgeologischen Forschungen wird seit 1983 in den Tagebaufeldern Schöningen Nord und Baufeld Süd durchgeführt. "Die Tagung mit dem besonderen Ambiente im Herzoginnensaal und die Exkursion zum Tagebau mit der Fundstelle der Schöninger Speere werden alle in besonderer Erinnerung behalten", so Brigitte Urban rückblickend.

Der Ausflug war vom wissenschaftlichen Grabungsleiter, Dr. Jordi Serangeli, und dem Geologen Jörg Lang, der sich auf die Dokumentation geologischer Verhältnisse und auf Landschaftsmodellierung spezialisiert hat, akribisch vorbereitet worden. Die Entstehungsprozesse und Zeitstellung der großen Rinnenverlandungsfolge, die auch die prähistorischen Speerfunde enthält, sowie die Einbettung in eiszeitliche Sedimente, konnten so eingehend studiert und intensiv miteinander diskutiert werden.