Oschersleben. Der Kahlschlag bleibt aus. Im Zuge der geplanten Erneuerung der Gehwege und der Straßenbeleuchtung in der Oschersleber Puschkinstraße werden die meisten Linden nun doch stehen bleiben. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen.

Der ursprüngliche, vom Hauptausschuss bereits befürworteten Plan hatte vorgesehen, sämtliche Bäume zu fällen. Unter anderem sollte damit Platz für neue Parkbuchten geschaffen werden. Doch das wollten sich die Anwohner nicht gefallen lassen. Zunächst hatte sich Dr. Dieter Weiher, der die Bäume vor 25 Jahren gemeinsam mit einem Nachbarn gepflanzt hatte, in der Volksstimme empört und das Vorhaben als "Unfug" bezeichnet. Mit ihm gemeinsam haben dann in einer Informationsveranstaltung weitere Anwohner die Stadt aufgefordert, die Bäume stehen zu lassen.

Mit Erfolg, denn zunächst hat die Verwaltung daraufhin das beauftragte Ingenieurbüro den Plan ändern lassen und dem Stadtrat nun eine neue Variante vorgelegt. Die sieht vor, dass fast alle Bäume stehen bleiben, nur im Bereich Einfahrt Triftstraße fünf Bäume und am Puschkin-Denkmal zwei Bäume gefällt werden sollen. Auch sind in dieser Variante die ursprünglich auf der Ostseite geplanten Parkbuchten vom Tisch. Neue Parkbuchten wird es nun auf der Westseite geben, auf der keine Bäume stehen.

Von den Bürgerprotesten beeindruckt, hat der Stadtrat nun diesen veränderten Plänen zugestimmt. Lediglich fünf Ratsmitglieder haben sich der Stimme enthalten.

Vor der Abstimmung hatte Dr. Dieter Weiher noch einmal seinen Appell wiederholt und dabei unter anderem aufgezeigt, dass es im Umfeld der Puschkinstraße genügend Parkplätze gebe, also neue Parkbuchten auf der Puschkinstraße "völlig unnötig" seinen. Worin ihm Bürgermeister Dieter Klenke zwar entschieden widersprach, was aber an der Entscheidung des Rates nichts änderte.

Etwa 350000 Euro wird die Erneuerung der Gehwege und der Straßenbeleuchtung kosten. Beginnen sollen die Arbeiten im August.